Segelgedanken X

Der Urlaub endet, wie er begonnen hat: Mit einem stahlgrauen Himmel und trollgrünem Wasser. Das Meer ist unruhig, es regnet immer wieder. Weil ich die ganze Zeit am Steuer stehe, kann ich keine Fotos machen. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, gibt es auch nichts zu sehen. Ich bin konzentriert, aber entspannt. Die Fotos in diesem Beitrag habe ich ausnahmsweise nicht am selben Tag geschossen, an dem ich den Text geschrieben habe. Stattdessen sind es nochmal Bilder von dem Tag, an dem ich meine Wanderung zur Düne unternahm.

Was mich beim Segeln immer wieder beeindruckt: Der ehrlich respektvolle Umgang der Sportler untereinander. Das gilt zumindest bei denen, die aus Leidenschaft und nicht als Statussymbol auf dem Wasser sind. Wann immer Boote aneinander vorbeifahren, grüßen die Menschen. Im Hafen beim Anlegen erlebe ich selbstverständliche Hilfsbereitschaft wie sonst selten. Es gibt nur eine andere Gruppe, von der ich ein solches Verhalten kenne: Leidenschaftliche Bergsteiger. Die beiden verbindet, dass es alte Tätigkeiten sind. In ihnen hat sich das Bewusstsein erhalten, dass man jederzeit selbst in (lebensgefährlichen) Schwierigkeiten stecken könnte. Und während ich mir ansehe wie nett Segler zueinander sind frage ich mich, ob diese Menschen sich an Land genauso verhalten. Ich hoffe es.

Morgen werden wir zurück nach Hause fahren. Dementsprechend ist dies mein letzter Eintrag in das Segeltagebuch. Und außer einer Menge Motivation, wieder in meine Projekte einzusteigen, nehme ich auch neue Inspirationen mit. In Tübingen wartet unterdessen schon neue Arbeit auf mich: Mein Freund Feuerwicht organisiert gerade eine Serie von Ausstellungen, an denen auch meine Gedichte teilhaben werden. Uns steht also eine spannende Zeit bevor.

Irgendwo Zuhause

25. Kath am StrandSeit ein paar wenigen Tagen bin ich wieder zuhause in Deutschland. Also: Ist mein Zuhause wieder in Deutschland. Und so richtig weiß ich nun eigentlich auch nicht mehr, was das eigentlich heißen soll: Zuhause.
Ein Jahr lang war ich in Rumänien zuhause und nun soll sich das von einem Tag auf den anderen wieder ändern. Daran kann ich nicht richtig glauben. Es scheint fast so, als würden Menschen, die viel Reisen, sich innerlich irgendwann aufteilen, damit sie überall zuhause sein können oder sie sind eben dann nirgendwo zuhause, außer in sich selbst und vielleicht bei anderen Menschen…

Daheim?

Es fühlt sich nicht an, wie nach Hause kommen. Nach diesen zwei Wochen fühlt es sich an wie eine neue Reise.”
(Ich gestern auf dem Heimweg – sinngemäße und schönere Übersetzung aus einem English, das sehr unter der Uhrzeit gelitten hat (es war 02:12).)

Seit heute morgen um 6 bin ich wieder zurück in Timisoara und seeehr müde.
Ich bitte um ein oder zwei Tage Geduld, bis sinnvolle und lesbare Blogeinträge über zwei sehr interessante, sehr schöne und sehr anstrengende Wochen Ferienlager entstanden sind. (Mit Fotos!!!)