Fortschritte…

Seit Monaten arbeite ich an der Gestaltung meines ersten Buches. Einer illustrierten Gedichtesammlung mit dem Titel “Mein schwarzes Herz”. Es macht langsam Fortschritte. Das Titelbild ist gemacht, alle anderen Bilder zusammengestellt, alle Gedichte korrigiert. Nun fehlt nur noch ein letzter Rest Layout, dann ist es soweit.

Auch ansonsten war und wird die Zeit eine spannende.
Noch immer laufen die Nachbereitungen meines Auslandsjahres. Wenn auch inzwischen etwas stiller nebenher. Es geht unter anderem um die Überweisung von Spendengeldern an die Projekte.
Zudem ist seit etwa einer Woche ein Comic auf einer Ausstellung zu sehen, der von meinem Kollegen gezeichnet und entworfen wurde und für den ich Teile der Texte geschrieben habe. Er wird unter der Kategorie “Geschichten” veröffentlich werden.

 

Titelbild von "Daydreams"

Titelbild von “Daydreams”

 

Gezwungener Hass

Wie wir uns zwingen, unser Leben zu hassen

Weg zum Fluss IIIm Grunde (und das hat schon mein Psychologielehrer immer gesagt) beginnt es in der Schule. Nein, das hier wird kein Angriff auf unser Bildungssystem. Aber trotzdem zeichnet sich Schule in gewisser Hinsicht durch einen Mangel an Wahlmöglichkeiten aus. Über den Sinn, die Notwendigkeit oder Unsinn dahinter, möchte ich hier nicht streiten. Aber trotzdem sorgt dieser Mangel dafür, dass man mit der Zeit so ziemlich fast alles zu hassen beginnt, was mit Schule zu tun hat. Allem voran natürlich Unterricht und Hausaufgaben.
Inzwischen habe ich ein Studium begonnen. Ein selbstgewähltes Fach. Nur noch Dinge, mit denen ich mich gerne beschäftige. Darauf habe ich mich gefreut, als ich von der Schule ging. Als ich nun vorgestern aber über meinem ersten Übungsblatt saß, bemerkte ich, dass in meinem Kopf ein seltsamer Streit stattfand. Ein Teil meines Unterbewusstseins, versuchte mich permanent daran zu erinnern, dass das, was ich tue (Übungsaufgaben) unangenehm für mich ist, weil es sich dabei nicht um eines meiner Hobbys handelt und weil es etwas ist, zu dem ich seit der Aufnahme meines Studiums in gewisser Weise verpflichtet bin. Doch wenn ich aktiv darüber nachdachte, fand ich das Übungsblatt eigentlich ganz in Ordnung. Es war einen Tätigkeit, die mir durchaus Spaß machte, solange sie nicht der einzige Bestandteil meines Lebens war.
Seitdem frage ich mich andauernd, wie oft ich mich selbst unbewusst dazu zwinge, meine Tätigkeiten, meine Tage oder auch mein ganzes Leben zu hassen ohne, dass es dafür tatsächlich einen Grund gibt.

Aufstehen und Zähneputzen

Ein ganz normaler Abend in unserer Studenten WG. Ok, nicht ganz, eigentlich Freiwilligen WG in Rumänien. Aber im Grunde ist es fast dasselbe.
Diskutiert wird mein Text „Eine Plastikschildkröte„ über das Caritasprojekt in dem ich arbeite und meine persönlichen Erfahrungen, die ich schildere.
Im Grunde gefällt meinen Kolleginnen der Text ganz gut, allerdings kritisiert eine von ihnen, bei der anderen weiß ich es nicht genau, die große Emotionalität, die die Geschichte ausstrahlt.
Was sich daraus ergibt ist vielleicht eine der wichtigsten Diskussionen, die ich in meinem Jahr in Rumänien geführt habe. Sie endet damit, dass ich entschlossen aufstehe und damit beginne, meine Zähne zu putzen. Mehr…

Das Wesen des Unklaren

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Ohne Titel (1895)

Durch dieses Land streifte er
Wie ein Geist von Tür zu Tür;
Seine Hände umklammerten eine Laute
Und ließen süß sie klingen;

In seinen verträumten Melodien
Konntest du wie einen Sonnenstrahl
Die Wahrheit selber spüren
Und auch himmlische Liebe.

Die Stimme ließ manches Herz schlagen,
Das zu Stein geworden war;
Sie erleuchtete manchen Geist
In entlegenster Dunkelheit.

Doch statt Verherrlichung,
Wo immer die Harfe gespielt wurde,
Bot der Pöbel dem Geächteten
Ein mit Gift gefülltes Gefäß…

Und sprach zu ihm: >>Trink, o Verfluchter,
Dies ist deine Bestimmung!
Wir wollen deine Wahrheit nicht,
Noch deine himmlischen Melodien!<<

Quelle: Niemals eine Atempause – Handbuch der politischen Poesie im 20. Jahrhundert; von Joachim Sartorius; Autor des Gedichts: Josef Stalin (1878-1953).