Bittersüß

Bitterkeit im Herzen…
und die Nacht steht still.
atmet eisige Luft
und träumt.

Bitterkeit des Herzens…
und in den Straßen
knirschen die Blätter der Bäume
unter eisigem Schnee.

Tränen der Bitterkeit…
und über meinem Fenster
lauert das Eis.
kriecht über die Scheibe
wie ein halbflüssiges Tier.
aufgeweicht in Tränen.

Bitteres Blut…
tropft mein Handgelenk hinunter…
und da stehen grüne Bäume
vor einem schwarz-fleckigen Nachthimmel.

Farbe ohne Licht…
Hoffnung ohne Zukunft…

Bitterkeit…
zirkuliert
mit süßem Blut
in meinem Körper.
Kreisendes Gift…
kreist auf ewig.
hält mich am leben.
aus Grausamkeit.

Old Games – Lyrics

LINK zum Lied
LINK zum englischen Text

Freundschaft, aber bedingungslos

Der Ansatz für das Stück mit dem Titel Old Games ist das Resultat unseres ersten gemeinsamen Probenwochenendes (damals noch ohne Trompeter Sebastian). Es war der Januar 2018. Wir haben Nächte durchgemacht, waren hochmotiviert und hatten viele (zu viele?) Ideen. Der Kommentar unseres Coachs zur ersten Lied Idee lautete in etwa: Das sei noch ein bisschen überladen. Aber statt, wie vorgeschlagen, aus dem Konzept einfach zwei Stücke zu machen, teilten wir das ganze Stück in zwei recht unterschiedliche Hälften. Diese Teilung spiegelt sich auch im Text von Old Games.

Der Liedtext ist der Erinnerung an meine eigene Vergangenheit und einem wichtigen Menschen gewidmet, der damals eine schwere Zeit durchmachte. Die Beschäftigung damit rückte ein Dauerthema meines Lebens wieder stärker in den Vordergrund: Einsamkeit. Ich bin nicht ganz sicher, wie viele Gedichte ich schon geschrieben habe, die sich direkt oder indirekt mit allen Schattierungen dieses Gefühls befassen, aber es sind einige. Old Games geht noch einen Schritt darüber hinaus. Meine Gedichte kreisen vor allem um spontane Emotionen und sprechen nur in Ausnahmefällen die außenstehenden Personen an. Dieses Lied hingegen hat sich genau das zum Thema gemacht und balanciert damit auf dem gefährlichen Grat zwischen Aufforderung und Anklage. Ich hoffe sehr, dass alles was ich sage (nicht nur in diesem Stück, sondern auch in dieser Interpretation und in jedem meiner anderen Texte zu diesem Thema) als Idee und Aufforderung und nicht als Anklage verstanden wird.

Und noch etwas ist mir wichtig. Im englischen Liedtext wird das Wort „Depression“ verwendet. Ich verwende es dort, weil ich finde, dass es ein schnelles, treffendes Bild davon vermittelt, worum es ungefähr geht. Tatsächlich verlangt es aber gerade wegen seiner scheinbaren Einfachheit nach einer Erklärung. Was ich meine, sind nicht klinische Depressionen in dem Sinn, wie sie als Krankheitsbild registriert sind und behandelt werden. Ich habe keinerlei Befähigung, die es mir erlauben würde über Depression als Krankheit zu sprechen. Worum es mir geht ist die… nennen wir sie, in Anlehnung an einen externen Vorschlag… Betrübnis, die einen Menschen befallen kann. Ein Gefühl, das uns in die Verzweiflung hineinzerren möchte. Eines, das uns mit unseren versteckten Traurigkeiten und scheinbar zu den Akten gelegten Sinnfragen konfrontiert und sich nicht einfach zur Seite schieben lässt. (Laut Wikipedia müsste es korrekterweise wohl „Deprimiertheit“ heißen, aber Betrübnis klingt schöner.)

Zu dem Anfang des Textes gibt es nicht viel zu sagen. Das Stück gibt sich keinerlei Mühe zu verstecken, dass es um ein ernstes Thema geht. Ich möchte daher mit dem Schluss der ersten Strophe und dem ersten Refrain beginnen:

Doch die Schwäche in ihrer Stimme verwandelte dein Herz in Stein.
Es war die Einsamkeit. Abstoßend in ihrem schwarzen Kleid.

Ist sie zu verloren für dich, um ihr zu folgen?
Was ist mit der Zeit, als du sie Freundin nanntest?
Hast du Angst, von ihrer Seele beschmutzt zu werden?
Warum bist du blind?
In ihrer Welt werfen die Schatten das Licht.

In dem Gedicht Die Fliege im leeren Zimmer (das bald auch in meinem zweiten Gedichtband veröffentlicht wird) steht der Satz: „Sie ist wirklich allein, wenn Einsamkeit schon abschreckt“. Menschen, die bereits einsam sind und darunter leiden, sind oft nicht diejenigen, zu denen man leicht einen Zugang findet. Wenn wir uns davon abschrecken lassen, beginnen wir einen Teufelskreis. Auch habe ich mehrfach mitbekommen, wie die Betrübnis eines Partners Beziehungen zerstören können. Eine solche Situation zu verhindern braucht Mut von beiden Seiten. Ich glaube, dass in der Überwindung von solchen Stimmungen auch Chancen liegen können, wenn wir uns auf die Auseinandersetzung mit ihnen einlassen.

Stolz darauf, ihren ersten echten Kampf gewonnen zu haben.
Als die Betrübnis kam, um ihr Licht zu stehlen.
Sie verbrannte all die Schriften mit ihren Regeln und Lügen,
die sie für die Gesellschaft und das soziale Leben definiert haben.

Erst jetzt fällt mir auf, dass diese Textstelle nicht ganz so eindeutig ist, wie ich dachte. Aber an dieser Stelle gefällt es mir. Es ist nicht ganz klar, ob es unser lyrisches Ich oder die Betrübnis ist, die die Regeln verbrennt und ich habe mich gerade dazu entschieden nicht aufzulösen, an welche der beiden Varianten ich ursprünglich dachte.

Konflikte, in ihre Kunstwerke eingeschlossen

Hast du Angst, ihrer Seele nahe zu sein?

Diese drei Abschnitte (ich zähle den über die Gesellschaft dazu), sind auch die Chancen, die ich in betrübten Stimmungen sehe. Durch die eigenen Gefühle gezwungen zu sein, sich mit dem auseinanderzusetzen, was einen an der Gesellschaft und am Leben insgesamt stört, kann durchaus ein Antrieb zu positiven Veränderungen sein. Dasselbe lässt sich von einem Dasein in halbzufriedener, aber nicht explizit niederdrückender, Gewohnheit nicht unbedingt behaupten. Weiterhin kann intensiver Schmerz ein guter Anlass sein, sich auch anderweitig intensiver mit den eigenen Gefühlen zu beschäftigen. Für mich entstand daraus unter anderem meine Kunst. Aber auch allgemein finde ich, dass die Zerbrechlichkeit in Menschen oft ihre schönste, aber leider auch ihre verborgenste und unbekannteste ist.

In der zweiten Hälfte von Old Games wandelt sich das Stück nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich. Womit das Stück selbst die Botschaft verkörpert, die es trägt: Versuchen wir, emotionale Betrübnis als Chance und nicht als Hindernis zu sehen. Ich möchte dazu nicht mehr sagen, als das Stück selbst schon sagt:

Ein starker Glaube in die Liebe hat die Macht zu verändern,
all die Sorgen, die das Leben mit sich bringt.
Wir werden herausfinden, wie es weitergeht.

Zwischen Sehnsüchten zu leben und der Notwendigkeit zu zerstören
finden wir Hoffnung, an diesem hoffnungslosen Ort.
Liebe allein kennt alle Schattierungen von Schmerz.
Ist sie zu verloren für dich, um ihr zu folgen?
Hast du Angst, dich in ihrer Seele zu verlieren?
Das brauchst du nicht,
denn ihrer Welt werfen die Schatten das Licht.

(18.03.2018)

Und ich breite meine Flügel aus…
Wohin soll ich fliegen? Das Wasser
unter mir ist tief und schwarz. Es
brodelt in dunklen Tönen. Der Himmel
über mir, bedeckt von gejagten Wolken,
zeigt mir den Weg zu mir. Dort ist
das Licht.

Mein Herz schlägt verzweifelt nach oben,
nach unten drückt mich meine Angst.
Wenn meine Flügel stark sind kann ich
es schaffen, wenn sie schwach sind werde
ich fallen.

Das Wasser ist so kalt und so hell strahlt
die Sonne über mir. Rauer Nordwind
ich flehe dich an, erlöse mich!

geschrieben von Lisa Hersacher

Abschied aus der Ferne

Während meinem Auslandsjahr in Rumänien (07.2014-08.2015) habe ich einmal die Woche einen älteren Herrn besucht. Im Oktober diesen Jahres war ich zum ersten Mal seitdem wieder in Rumänien und habe ihn dort besucht. Heute habe ich erfahren, dass er wenige Wochen nach meinem Besuch verstorben ist. Der Anruf, den ich ihm zu Weihnachten versprochen hatte, wird ihn nun nicht mehr erreichen.

Nah am Himmel

 

Dieser Blogeintrag soll eine Erinnerung sein, an einen beeindruckenden Menschen, der sich mit seinen über 90 Jahren und trotz seiner sehr schlechten Augen nicht davon abbringen ließ, auf Berge zu steigen, zu fotographieren und Windows 7 zu lernen.
Von ihm habe ich nicht nur meine Begeisterung für das Fotographieren gelernt. Er hat mir auch gezeigt, was man erreichen kann, wenn man Geduld hat und niemals aufgibt. Bis zum Schluss hat er aus seinem Leben alles gemacht was möglich war.
Danke für diese gemeinsame und lehrreiche Zeit.

Haus der Schmerzen – Berlin

Die Seelen der Menschen weinen
In der Trauer brechen Fassaden
In unseren Schmerzen sind wir allein
In mir ertränkt sich ein Gedanke
eine Leere erfüllt den Verstand
hinein sinkt das Leid Ohne Worte
saugt mich aus, es reicht nicht.
Tausende trauern um ihre Vergangenheit
Beten das aufhört, was geschehen ist
Wie viele tausend Jahre
die neue Generationen weinen
um dem gleich zukommen. Es reicht nicht.
Selbst wenn die Erinnerung schwindet
werden die Gräber bleiben.
Selbst wenn der Stein zerfällt,
die Betonmale brechen. Es reicht nicht.

Die Seelen der Menschen weinen.
Sie dürfen nicht aufhören.

Anmerkung: Geschrieben in der Holocaust Gedenkstätte.

Der eine Ring

Wir einander – kaum gespürt
unsre Träume – unberührt
wohin hat uns das geführt?
Gedanken wild und ungeniert
Tränen wo der Tanz regiert
fallen bis sie jemand fängt

Doch ich hab mich an dich verschenkt
hab mich in deinem Wunsch ertränkt
dich um Zärtlichkeiten und Wahrheit bedrängt
mein Blick war durch ferne Ziele beschränkt
doch du hast mich befreit

Wir dafür – noch nicht bereit
unsre Leben – so viel Zeit
und das geträumte Hochzeitskleid?
Manche Pläne zeichnen Leid
Tränen geben wir Geleit
sie wandern bis jemand sie weint

Du hat es doch nicht so gemeint
auch wenn es hoffnungslos erscheint:
der Trotz der uns noch immer eint
die Leidenschaft, die weiter keimt
und Hoffnung hat uns neu verführt

Obwohl wir uns – zu oft gespürt
sind unsre Träume unberührt
und wohin haben sie geführt?
Gedanken frei und ungeniert
doch jetzt ist alles kompliziert.

 

Freie Zeit

Hallo 🙂
Heute gibts nach langer Zeit mal wieder einen kleinen “Tagebucheintrag”. Ich hatte seit Langem mal wieder einen Tag, an dem es absolut nichts dringendes zu tun gab. Das Ergebnis einiger halbwegs produktiver Nachmittagsstunden gibts hier zum anschauen und hören:
Always (and Pictures) – The Birthday Massacre – (K.s.E.)
Die Bilder sind alle selbstgemacht von mir, das Musikstück ist in der Originalversion von ‘The Birthday Massacre’.

Leseprobe III – Mein schwarzes Herz

Memento mori…not just another brick in the wall

Meine Hoffnung steht in Flammen
Meine Träume zum Verkauf

Aus Liebe
zum Vaterland
gelebt.
Nicht
aus Liebe
zum Leben
geliebt.

Worte können töten,
am Leben bleiben,
Leben erhalten.
Und vernichten doch.
nur die Wesen mit Herz. Mehr…