Fragen?

Ich bin nicht gerne politisch, vor allem in der Öffentlichkeit nicht. Es ist schwer, neben all den alltäglichen Fragen, Thematiken, Problemen und neben dem Leben generell einen Überblick zu behalten. Insbesondere einen Überblick, der so groß ist, dass er differenzierte und begründete Meinungen zu teilweise unglaublich komplexen Thematiken erlaubt. Man möchte weder Ungerechtfertigtes sagen, noch zu Ungerechtfertigtem schweigen.

Vor einigen Tagen tauchte unter den Neuigkeiten auf meiner Facebookseite der Link zu einem Artikel von Zeit Online auf: Zur Wahl steht: Die Demokratie.
Der Artikel streift einige Themen unter dem Oberbegriff der momentanen politischen Lage. Darunter wird vor allem auch an die Geschichte der Demokratie erinnert und daran, wie Demokratie in ihren historischen Anfängen ausgesehen hat und was wir aus den damals grundlegenden Ideen heute lernen können. Und noch einen Schritt weiter: Was wir an unserer Demokratie ändern könnten, um die Politik wieder mehr für die Menschen zu gestalten.
Auch hier wieder ein Thema, über das ich keinen Überblick habe. Aber seit ich diesen Artikel gelesen habe, und ich würde wirklich allen empfehlen, ihn ebenfalls zu lesen, lässt mich einer der dort erwähnten Gedanken nicht mehr los: Was wäre, wenn man Politiker nicht wählen, sondern losen könnte? Und wenn es jeden treffen könnte? Was würde sich ändern, wenn niemand mehr für seinen Wahlkampf arbeiten würde, weil es keinen mehr gäbe? Wenn man nicht politisch eine gesellschaftliche Gruppe bevorzugen könnte, weil jede Gruppe die Politik ist?
Ich habe das gelesen.
Ich fand es interessant.
Ich dachte ich hätte es wieder vergessen oder verdrängt.
Ich habe darüber gelächelt, dass man es versuchen könnte. Jetzt und heute.
Ich habe gerade eben in den Nachrichten gesehen, dass offenbar heftig darüber gestritten wird, ob die Abgeordneten in BW nun zu Recht zwischen staatlicher und privater Altersvorsorge wechseln dürfen oder nicht. Obwohl ich versuche, sehr vorsichtig bei solchen Dingen zu sein, konnte ich doch nicht verhindert, dass in meinem Kopf eine Kette von Gedanken begann. Die Nachrichten schienen zu vermitteln, dass diese Regelung eine bessere Altersvorsorge für Abgeordnete bedeutet und ich meine mich an eine Schlagzeile über zunehmende Altersarmut erinnern zu können. Und dann sagen mir die Nachrichten wieder, dass zwei Fraktionen nicht für die Änderungen gestimmt haben: FDP und AfD. Da habe ich aufgehört mit diesen uninformierten Gedanken und mich stattdessen doch wieder gefragt:
Was wäre, wenn wir diese Diskussionen nicht führen müssten?
Wäre irgendjemand von uns tatsächlich ein besserer Langzeitpolitiker?
Gibt es Menschen, die so wenig auf sich selbst bedacht sind, dass sie der Herausforderung der Politiker-Seins auf Dauer gewachsen sind?
Was wäre, wenn es jeden treffen könnte?
Und wäre es möglich, dass wir die Demokratie grundlegend ändern? Jetzt?

10 faszinierende Lieder…

… die sehr klare Worte verwenden:
(Ich habe keine Rechte an der Musik oder sonstigem Inhalt der verlinkten Seiten)

DSC035531. Indica – Outside In
“We empathize with misery – Cause we feel great [...]”

2. Delain – We Are The Others
“We’re the outsiders – But you can’t hide us [...]”

3. King 810 – Write About Us(klick for lyrics)
“If you ever make it out – Write down what you’ve seen [...]”

4. Michael Jackson – They Don’t Care About Us
“All I want to say is that – They don’t really care about us”

5. Blackmore’s Night – Streets Of London
“I’ll show you something – That will make you change your mind [...]”

Flussfahrt6. Epica – This Is The Time
“So what’s the world to be? – Just a luxury? [...]”

7. Disturbed – Another Way To Die
“The time bomb is ticking – And no one is listening [...]”

8. Farin Urlaub Racing Team – Insel
“Eine Insel – Mitten im Meer [...]”

9. Samy Deluxe – Weck Mich Auf
“Umgeben von Schildern, die uns sagen – Betreten verboten [...]”

10. Culcha Candela – Schöne Neue Welt
“Wir feiern – Bis alles zerfällt [...]”

Danke, an meine zwei Helfer im Hintergrund ;)

 

Aufstehen und Zähneputzen

Ein ganz normaler Abend in unserer Studenten WG. Ok, nicht ganz, eigentlich Freiwilligen WG in Rumänien. Aber im Grunde ist es fast dasselbe.
Diskutiert wird mein Text „Eine Plastikschildkröte„ über das Caritasprojekt in dem ich arbeite und meine persönlichen Erfahrungen, die ich schildere.
Im Grunde gefällt meinen Kolleginnen der Text ganz gut, allerdings kritisiert eine von ihnen, bei der anderen weiß ich es nicht genau, die große Emotionalität, die die Geschichte ausstrahlt.
Was sich daraus ergibt ist vielleicht eine der wichtigsten Diskussionen, die ich in meinem Jahr in Rumänien geführt habe. Sie endet damit, dass ich entschlossen aufstehe und damit beginne, meine Zähne zu putzen. Mehr…

Eine Plastikschildkröte

und ein Lächeln

Diese Geschichte ist wirklich passiert. Da sie vergangen ist, war sie Realität. Sie war Realität, während ich diese Geschichte aufschreibe und sie wird immer noch Realität gewesen sein, wenn du diese Geschichte irgendwann liest.
Doch die Umstände, die diese Geschichte herbeigeführt haben, waren nicht Realität. Sie sind es noch immer. Und werden es hoffentlich nicht mehr sein, wenn du diese Geschichte liest. Ich hoffe, bis du diese Geschichte liest wird sich alles geändert haben, werden wir in einer besseren Welt leben. Aber ich glaube es nicht.
Ich sage bessere Welt. Dabei hat mich diese Geschichte in dem Moment, in dem ich sie erlebte, sehr glücklich gemacht. Nachdenken kann vieles verändern. Mehr…

Eine Lebensgeschichte

DSC03427Die Hälfte meines Auslandsjahres ist inzwischen vorbei und wir bereiten die Präsentation für unser Zwischenseminar vor. Thema: Armut in Rumänien.
Ich hoffe, dass das Ergebnis sich hier posten lässt, wenn es soweit ist.

Was schon existiert ist die Vorstellung einer sozial benachteiligten Person aus meinem Projekt, deren momentane und zukünftige Situation mit einer großen Anzahl von weiteren schwierigen Themen verknüpft ist.
Auf den nächsten Seiten möchte ich sie mit euch teilen. Wer es lieber als PDF hat kann er auch gerne hier herunterladen:

Eine Lebensgeschichte

Reich beschenkt

KatzenkinderHeute Abend, es ist der 19. Dezember, der letzte Freitag und in vielen Projekten der letzte reguläre Arbeitstag vor Weihnachten, haben wir festgestellt, wie viele Geschenke die Kinder in Carani und Bacova in der Zeit um Weihnachten herum eigentlich bekommen. Bis zu 7 Stück pro Kind. In diesem Kontext möchte ich gerne von einer meiner Arbeiten in der letzten Woche berichten.
Carani hilft bei der Organisation und Umsetzung eines weiteren Projektes, das Hilfsgüter, meist in der Form von Lebensmitteln, Kleidern, Schuhen, Windeln und Holz, an Familien mit sehr geringem Einkommen verteilt. Und zwar nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über. Viele Kinder, die die Tagesstätte Casa Sf. Maria besuchen, kommen aus solchen Familien.
An Weihnachten schreiben diese Familien Dankesbriefe an die Sponsoren des Projektes, die dann über Carani an die Sponsoren weitergeleitet werden. Da die Sponsoren aber in den allermeisten Fällen Deutsche oder Österreicher sind, habe ich in der letzten Woche diese Briefe übersetzt.
Zu lesen wie viele Familien im Alltag kaum zurechtkommen, steht für mich im Widerspruch zu den, im Verhältnis dazu riesigen, Mengen an Geschenken, die die Kinder zu Weihnachten bekommen. Dazu möchte ich sinngemäß meinen Chef zitieren:
Es ist erstaunlich wie viele Menschen an Weihnachten plötzlich anfangen Dinge und Geld zu verschenken, während sich unter dem Jahr niemand fragt, woher das Geld für den laufenden Betrieb und dafür kommt, dass die Projekte nicht schließen müssen.
Auch ein trauriges Klischee befand sich unter den Weihnachtsgeschenken für Carani: Eine Kiste mit Kuscheltieren, die teilweise, dafür aber leider offensichtlich, vor dem Versand nicht mal gewaschen worden waren. So wie unter dem Jahr oft unvollständige Spielzeugspenden ankommen, sowie Spiele, die man teilweise nur und nur dann spielen kann, wenn man die deutsche Sprache beherrscht.
Wie ich das so schreibe meint meine Kollegin neben mir, sie habe im Frauenhaus unter den Spenden auch mal eine angefangene Cremetube gefunden. Solche Erlebnisse sind mir bislang (Gott sei Dank) erspart geblieben.

Das Leben ist hart…

…aber davon, dass man das weiß, wird es auch nicht besser

Oder: Aber alles wird gut

Das sind so die Lebensmottos die in unserer WG unterwegs sind.
Es ergeben sich ja, wenn man eine Weile an interessanten Orten unterwegs ist, immer mal wieder interessante Zitate, die manchmal einer Erklärung bedürfen und manchmal eher nicht. Eine kleine Sammlung davon:

Politiker? Eigentlich kann man niemanden wählen, sie sind alle korrupt und jeder wirtschaftet in die eigene Tasche. (Arbeitskollegin auf die Frage, ob bei den nächsten Wahlen jemand gutes dabei ist)

 

Wir hätten die Dinge korrigieren müssen, die im Kommunismus schlecht waren, aber manche Dinge waren auch sehr gut organisiert und die Politiker haben alles kaputt gemacht. Jetzt sind wir nicht bei Null sondern im Minus. (Arbeitskollegin)

 

Es ist schade, dass die heutige Jugend nicht mehr so ein Leben haben kann, wie wir eines hatten. (Mein Besuchsdienst beim Wandern)

 

Hier sieht es aus, als sei ein Kind mit seiner Stadt aus Lego nicht zufrieden gewesen und habe statt zu korrigieren einfach alles eingerissen, damit es nochmal neu bauen kann. (Mein Eindruck der Innenstadt)

 

Wenn wir halt im Winter feststellen, dass wir gerne warmes Wasser hätten und es funktioniert nicht, können wir halt so viel Geld haben wie wir wollen, es nützt uns gar nichts. (WG-Kollegin als das Warmwasser ausfiel)

 

Timisoara war die erste europäische Stadt mit einer elektrischen Straßenbahn. (Mein Besuchsdienst auf die Bebachtung hin, dass die Straßenbahnen alle alt und aus Deutschland sind)

“Das Leben ist hart” stammt übrigens auch von einer WG-Kollegin und meint im Zusammenhang mit “Alles wird gut” nicht, dass alles sofort gut wird, sondern dass alles irgendwann in der Zukunft einmal gut wird… aber das mit Sicherheit.

Gerufen und Gesandt

Geschichte

Dieses Gedicht habe ich für den Aussendungsgottesdienst vor meinem Auslandsjahr geschrieben. Ich hoffe, dass es meinen Mitfreiwilligen gefallen hat.

Von der zeitlichen Einordnung her wird dieses Gedicht zum zweiten Gedichtband “Mein freies Herz” gehören, von dem ich leider noch kein Coverbild habe…

Gedichtsblütenwerk

Mein letztes Seminar

Was waren die Programmpunkte auf dem letzten Seminar…

  • Integration – Man kommt als Uneingeweihter in einen Raum, in dem sich eine Gruppe Menschen über unverständliches Zeug unterhält. Man hat keine Verhaltensregeln auferlegt bekommen. In meiner Gruppe haben wir alle aus unterschiedlichen Gründen folgendes getan: Uns danebengesetzt und gewartet…
  • Wie schreibe ich einen Blog – Ohne den Eindruck zu erwecken, dass ich auf die Menschen in meinem Projekt von oben herabschaue. Wie auch schon bei dem Infoflyer, den wir erstellen mussten, gibt es unendlich viel, worauf man achten muss, um keine falschen Assoziationen zu wecken. Beispiel: In Europa würden wir eine Gruppe Menschen wie die Franzosen z.B. niemals mit dem Wort “Stamm” bezeichnen…
  • Stereotypen, Klischees, Rassismen – In ungenauer Kurzfassung sind Klischees ausgesprochene und öffentlich vertretene Stereotypen. Und wie schnell wir Rassistisch sind: Menschen aufgrund ihrer biologischen Voraussetzungen geistig-seelische Eigenschaften zusprechen, sieht man am Beispiel der allseits bekannten Blodinenwitze… die nach dieser Definition rassistisch sind…
Im Spiegel

Im Spiegel