Das Schweigen am PC

Ich sitze da
und warte.
Ich sehe,
dass du da bist.

Aber ich schreibe nichts.
Ich warte.

Ich weiß,
dass er da ist.
Er weiß,
dass ich da bin
und immer Zeit habe
für ihn.

Aber er schreibt nichts.
Er schweigt.

Ich frage mich,
ob er wohl ebenso wartet
wie ich.

Eigentlich
möchte ich nichts mehr.
als mal wieder seine Worte lesen…
Wissen, dass da jemand ist…
an meiner Seite…
mit dem ich reden kann…

Aber ich schreibe nichts.
Ich frage mich nur,
ob er wohl ebenso hofft,
ebenso wartet
wie ich.

Und so schreiben wir beide Nichts.
Stattdessen fragen wir uns,
ob der Andere sich wohl auch
nach uns sehnt,
sich fragt,
ob er uns schreiben soll,
hofft,
dass wir einfach anfangen.

Im echten Leben
wären wir längst
davongelaufen.
Nach Hause gegangen.
und glücklich gewesen.
Weil wir wüssten,
dass dem Anderen
auch das Schweigen
unerträglich ist…

Und so schreiben wir beide nichts.

Wir warten nur.
und hoffen.

So lange.
bis einer aufgibt.

Und es ist er.
Wie immer.

Und ich frage mich
ob er wohl auch gewartet hat,
wie ich.
Und noch Stunden danach
höre ich,
statt dem Ticken der Uhr,
das Klingeln,
das mir sagt:
Du hast Post…
Du bist nicht allein…
Da hat jemand gewartet…
wie du…

Aber da ist nichts.

Weil ich nichts schrieb…

Im Nachrichtenzeitalter

Wir stehn in der Mitte einer Welt
die wandert mit der Zeit
Das Universum dehnt sich aus
nur wir sind noch nicht bereit.

Für Zeiten regierte das Leben die Welt.
Für viele noch heute alles was zählt.
Eine Zeit lang vielleicht, lag die Macht in der Stärke
doch im heute und jetzt, regieren Worte.

Wenig mehr als ein Satz
überzieht uns mit Terror und Schmerz
birgt Frieden als heiligen Schatz
und Tod für Stumme wie Sänger.

Hier stehen wir jeden Tag
und lesen verzweifelt im Untergang
lauschen Geschrei, mit dem es begann
doch unsere eigene Stimme verzagt.

Eine Zeit lang vielleicht, lag die Macht in der Stärke
doch die Menschheit lebt heute aufgrund starker Worte
Wir alle lesen, wir alle schreiben
und das meiste davon heimlich und leise.

Und ich erwarte nicht, dass wir kämpfen,
denn auch ich bin zu schwach
Ich flehe uns an: Erwacht! und schreit!
Lest nicht und wartet, schreibt!
Sodass alle euch sehen und verstehn.
Hören wir auf gemeinsam auf einem Schweigemarsch
ins Unverständnis zu gehn
und dabei in der Sprache der Weisheit zu flüstern.

Noch stehen wir hier, in der Mitte einer Welt
die springt in der Zeit
der Horizont wird klein und verschwinden
Sind wir bereit?