Segelgedanken X

Der Urlaub endet, wie er begonnen hat: Mit einem stahlgrauen Himmel und trollgrünem Wasser. Das Meer ist unruhig, es regnet immer wieder. Weil ich die ganze Zeit am Steuer stehe, kann ich keine Fotos machen. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, gibt es auch nichts zu sehen. Ich bin konzentriert, aber entspannt. Die Fotos in diesem Beitrag habe ich ausnahmsweise nicht am selben Tag geschossen, an dem ich den Text geschrieben habe. Stattdessen sind es nochmal Bilder von dem Tag, an dem ich meine Wanderung zur Düne unternahm.

Was mich beim Segeln immer wieder beeindruckt: Der ehrlich respektvolle Umgang der Sportler untereinander. Das gilt zumindest bei denen, die aus Leidenschaft und nicht als Statussymbol auf dem Wasser sind. Wann immer Boote aneinander vorbeifahren, grüßen die Menschen. Im Hafen beim Anlegen erlebe ich selbstverständliche Hilfsbereitschaft wie sonst selten. Es gibt nur eine andere Gruppe, von der ich ein solches Verhalten kenne: Leidenschaftliche Bergsteiger. Die beiden verbindet, dass es alte Tätigkeiten sind. In ihnen hat sich das Bewusstsein erhalten, dass man jederzeit selbst in (lebensgefährlichen) Schwierigkeiten stecken könnte. Und während ich mir ansehe wie nett Segler zueinander sind frage ich mich, ob diese Menschen sich an Land genauso verhalten. Ich hoffe es.

Morgen werden wir zurück nach Hause fahren. Dementsprechend ist dies mein letzter Eintrag in das Segeltagebuch. Und außer einer Menge Motivation, wieder in meine Projekte einzusteigen, nehme ich auch neue Inspirationen mit. In Tübingen wartet unterdessen schon neue Arbeit auf mich: Mein Freund Feuerwicht organisiert gerade eine Serie von Ausstellungen, an denen auch meine Gedichte teilhaben werden. Uns steht also eine spannende Zeit bevor.