Segelgedanken V

Nicht jede Tätigkeit, die entspannt und / oder glücklich macht, tut dies für unbegrenzte Zeit. Und nicht alles was entspannt macht auch glücklich. Ich kann mich gut an Ferien erinnern, in denen ich nach wochenlangem Bücherlesen zwar erholt und nicht unglücklich, aber auch nicht explizit glücklich war. Stattdessen hatte sich eine eigenartige Betäubung in mich geschlichen, die eher daran hinderte, glücklichen Beschäftigungen nachzugehen. Aus einem solchen Tief wieder aufzutauchen braucht manchmal viel Kraft. Besonders dann, wenn der immer gleiche Ablauf zur Gewohnheit geworden ist.
Beim Segeln über das Wasser zu blicken und den ganzen Tag nichts zu tun, kann für mich eine solche entspannende aber lähmende Gewohnheit sein, die sich zum Glück spätestens am Ende des Urlaubs von selbst unterbricht. Aber ich glaube auch ein funktionierender Alltag kann eine solche Trance hervorrufen… was an sich nichts Schlechtes ist, da wir in ihr nicht unglücklich sind. Aber sie ist eben auch nichts explizit Gutes, weil sie uns in gewisser Weise die Chance nimmt, intensiveres Glück zu erleben.
Sobald ich eine längere Zeit in immer demselben Rhythmus vor mir habe, versuche ich daher, sehr wachsam zu sein. Ich will dem Auf und Ab der Tage folgen. Allerdings nur so lange, wie ich das Gefühl habe, dass ich die Entspannung nötig habe. Oder so lange, wie diese Tage Inspiration bereithalten. Dann möchte ich alle Kraft zusammennehmen und für etwas anderes, manchmal etwas neues, unterbrechen.

(19.02.2018)

Ich fühle, ich könnte viel Bedeutenderes, Leidenschaftlicheres, Wirkungsvolleres leisten. Aber was? Was gibt es bedeutungsvolleres zu sagen? Und wie kann man bei unseren herkömmlichen Themen Leidenschaft entwickeln? Worte können Röntgenstrahlen gleichen, wenn man sie richtig anwendet, können alles durchdringen.

 

(Aus Schöne neue Welt von Aldous Huxley.)

Licht ins Dunkel

Wie sollen wir Licht in eine Dunkelheit bringen,
die wir nicht zu betreten wagen?
Wir können ein Streichholz daran halten und sehen was brennt.
Doch was dann übrig bleibt, wird wieder nur schwarze Asche sein.

Osterlicht

Wir werden dann Licht für die Herzen anderer sein,
wenn wir keine Angst mehr davor haben,
was wir in ihnen finden könnten.