Der Phönix und die Rose

Da fallen sie,
die Wasserfälle
aus Zeit.
Stürzen
von den Wolken.

Stürzen
in einen Fluss,
voll schwarzer Steine.

Hier kann man
noch Gold finden.
Doch niemand,
hat es je versucht.

Auf dem Meer
treibt
ein Segelschiff.
Geschmückt
mit Phönixfedern.

Gehst du an Deck
trittst du
auf Rosenblüten
und unter
rote Flügel.

Fliegst still
übers Meer,
bis du selbst
die Fahrt
beendest.

Wenn Träume
mit dem Wind
verwehen.
Dann hoffe
Dann erinnre dich
an Carina Vela
den Schiffskiel und das Segel
den Phönix und die Rose.

Dann erinnre dich
und wisse:
Ich bin da
wenn du mich rufst.

Das Tor nach Draußen

Ein Geist steht darin
mit leeren, blauen Augen
Er starrt mich an.
Der Regen schlägt
von draußen an die Scheibe
zieht Schlieren über sein Gesicht

Von der Laterne draußen
tropft das Licht
Die Welt ist dunkel
aber ich fürchte sie nicht
Nur der Geist
steht da draußen im Regen

Bewegte Lippen
draußen vor dem Fenster
Sie singen von Tränen
und einer langen Reise
fordern mich auf
zu gehen
und ich folge ihnen
Ich fürchte nicht sie
sondern den Geist
da draußen im Regen

Die Nacht
macht mein Fenster
zum Spiegel

Das Schweigen am PC

Ich sitze da
und warte.
Ich sehe,
dass du da bist.

Aber ich schreibe nichts.
Ich warte.

Ich weiß,
dass er da ist.
Er weiß,
dass ich da bin
und immer Zeit habe
für ihn.

Aber er schreibt nichts.
Er schweigt.

Ich frage mich,
ob er wohl ebenso wartet
wie ich.

Eigentlich
möchte ich nichts mehr.
als mal wieder seine Worte lesen…
Wissen, dass da jemand ist…
an meiner Seite…
mit dem ich reden kann…

Aber ich schreibe nichts.
Ich frage mich nur,
ob er wohl ebenso hofft,
ebenso wartet
wie ich.

Und so schreiben wir beide Nichts.
Stattdessen fragen wir uns,
ob der Andere sich wohl auch
nach uns sehnt,
sich fragt,
ob er uns schreiben soll,
hofft,
dass wir einfach anfangen.

Im echten Leben
wären wir längst
davongelaufen.
Nach Hause gegangen.
und glücklich gewesen.
Weil wir wüssten,
dass dem Anderen
auch das Schweigen
unerträglich ist…

Und so schreiben wir beide nichts.

Wir warten nur.
und hoffen.

So lange.
bis einer aufgibt.

Und es ist er.
Wie immer.

Und ich frage mich
ob er wohl auch gewartet hat,
wie ich.
Und noch Stunden danach
höre ich,
statt dem Ticken der Uhr,
das Klingeln,
das mir sagt:
Du hast Post…
Du bist nicht allein…
Da hat jemand gewartet…
wie du…

Aber da ist nichts.

Weil ich nichts schrieb…

Büchernetze

Wir spinnen ein Netz
aus geschriebenen Worten
Fangen den Sinn
Fangen uns selbst

Leben in Träumen
aus Erinnerung
Fangen das Leben
Fangen die Träume
in Netzen
aus geschriebenen Worten
sperren sie ein

Gefangenes Denken
Gefangenes Fühlen
in Netzen
aus Worten
Gefangen und doch frei
Flüchtig gebunden
ewig gehalten
in Büchern

Buchblüten – Rosensaiten

Es gibt Orte
an denen Worte
töten,
lieben,
hassen,
heilen,
leben lassen,

Orte an denen
Worte mehr sind
als geschriebene Schrift,
gesprochene Gedanken.

An solchen Orten
wachsen Geschichten
wachsen Bücher
wachsen Gedichte
wie Blüten in der Wüste.

Winde voll Gefühl
tragen blühende Worte davon
ohne ihnen zu schaden
und lassen sie melodisch singen
was nicht gesprochen wird.

Da hört man schwere Tropfen
auf den Boden schlagen
Wo die roten Blätter
noch bluten
Wo die Herzen der Rosen
noch schlagen
Immer Sehnsucht im Sinn
auf ewig unerfüllt.
Aus offenen Herzen
fliegen die Träume,
fliehen zarter Erfüllung zu.
Nur wer träumt bleibt am Leben.

Wispern der hauchzarten Geister.
Tuscheln der Stimmen im Wind.
Nur wer ihnen beim Fallen zusieht,
wer auf die Windstille wartet,
der kann ihre Weisheiten hören.
Ausgeblutet, ausgeträumt
zu Geistern der Liebe
verkommen, erblüht.
Schönheit auf ewig
Sie fliegen nicht weiter
Wer sie sucht
wird bei ihnen
Frieden finden.

Die Sterne
die Sängerinnen
suchen sich gelb
als Warnung.
Wie geschmolzenes Eis.
Ihre Balladen in den Wolken.
Jagen sich spielend,
lachend wie Kinder.
Träumen die Blüten
in Bücher zurück.
Verwuscheln die Seiten
und schreiben sie neu.
Lassen Farben
zu Regenbogen verschwimmen.

Den Bass deines Lebens,
den Schlag deines Herzens
singt die Blaue
mit den meergrünen Augen.
Zieht dich hinunter
um dir Schwärze zu zeigen,
dich in Tränen zu ertränken
und schenkt dir
das Einzig Wahre
das einzig wahre Lächeln;
wenn du ihrer sanften Umarmung
entkommst.

Und so blühen Gedichte,
blühen Bücher,
blühen Geschichten,
klingen die Seiten
wie eine Melodie
Deine Melodie
für uns.

Brief einer Erinnerung

Verzeih mir.
Denn ich habe im Schmerz
Dinge gesagt,
die du nicht verdient hast.

Und nun
bin ich erneut egoistisch
und schreibe dir
obwohl du nie wieder
von mir lesen wolltest.

Doch jede Nacht
in diesen Jahren
wenn ich an dich dachte…
Ich dachte an alles,
Wunderschöne,
das du für mich getan hast.
Und ich lebe bis heute…
…nur deshalb
…in Dankbarkeit dafür

Niemals
werd ich dich vergessen können.

Dir niemals
sagen zu können,
dass ich dir immer
dankbar bin…
Das war nicht zu ertragen.
So viele Jahre,
werde ich noch leben
und das auch wegen dir.
So viele Lügen,
so viel Hass
morden in der Welt.

Darum glaube ich heute,
dass Worte der Liebe
aus ganzem Herzen
gesprochen werden müssen.
Damit sie vielleicht
helfen und heilen
während Schweigen
nur vergisst.

Ich weiß,
um die Gefahr.

Blaues Licht – Anbetung

Einzelne Flocken
so winzig und klein
vom Wind getragen
wollen zum Fenster herein
Doch wir lassen sie nicht
wir fürchten sie

Sie setzen sich auf unsere Finger
Sie tanzen in unserem Haar
Legen sich auf grüne Berge
und überschatten die Welt
mit dunklen Wolken
und silbernem Glitzer
Sie kämpfen mit der Sonne
und verlieren zu schnell

Hauchzarte Tropfen
so zerbrechlich und klein
vom Wind verweht
wollen sie zum Fenster herein
Doch wir lassen sie nicht
wir mögen sie nicht

Sie vermischen sich
mit dem Weiß auf den Bergen
Füllen die Flüsse und Seen
Stürzen in unsere Staudämme
und fließen durch unsere Wasserhähne
Sammeln sich auf den Straßen
und überschatten die Welt
mit dunklen Wolken
und silbernem Glitzer

Auf den Feldern
kilometerweit
Treten die Flüsse
über die Ufer
überschwemmen die Straßen
die Wege und Wiesen
Aus einem Fluss werden drei
Und während die Schwäne fliehen
und die Menschen
hinter die Fenster flüchten
werden die Bäume überleben
Weil sie starr und fest verwurzelt
stark und stolz
in Richtung Himmel stehen

Einzelne Flocken
so winzig und klein
vom Wind getragen
wollen zum Fenster herein
Doch wir lassen sie nicht
wir fürchten sie
Zu Recht

Bittersüß

Bitterkeit im Herzen…
und die Nacht steht still.
atmet eisige Luft
und träumt.

Bitterkeit des Herzens…
und in den Straßen
knirschen die Blätter der Bäume
unter eisigem Schnee.

Tränen der Bitterkeit…
und über meinem Fenster
lauert das Eis.
kriecht über die Scheibe
wie ein halbflüssiges Tier.
aufgeweicht in Tränen.

Bitteres Blut…
tropft mein Handgelenk hinunter…
und da stehen grüne Bäume
vor einem schwarz-fleckigen Nachthimmel.

Farbe ohne Licht…
Hoffnung ohne Zukunft…

Bitterkeit…
zirkuliert
mit süßem Blut
in meinem Körper.
Kreisendes Gift…
kreist auf ewig.
hält mich am leben.
aus Grausamkeit.