Segelgedanken VII

Das Internet hat mir doch noch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Daher kommen die Beiträge ab jetzt nicht mehr live, sondern um ein paar Tage versetzt, weil ich nicht alles auf einmal hochladen möchte.

Das Thema des Tages wird ausgelöst durch eine seltsame Skulptur auf einem Marktplatz und den Gedenkbaum eines Märtyrers, dessen zertretene rote Früchte auf dem Boden sicher nicht zufällig wie Blut aussehen. Auf den ersten Blick scheint es eine typische Frage für und von Künstlern zu sein, doch ich glaube am Ende betrifft sie uns zu viel mehr Gelegenheiten: Was treibt uns eigentlich an, wenn wir etwas erschaffen? Wenn wir überhaupt ewas produktives tun? Geht es um unser persönliches Glück? Ich denke, meistens wird das eine Rolle spielen. Doch wodurch wird es ausgelöst? Für mich selbst geht es bei dieser Überlegung oft darum, ob ich etwas für mich und sozusagen als Selbstzweck tue. Oder ob es um die Berührungspunkte geht, die andere mit meinen Werken haben. Wenn es zweiteres ist: Wollen wir dann nur erreichen, dass andere etwas davon haben? Brauchen wir die ausgesprochene Anerkennung für das, was wir getan haben? Oder ist es am Ende etwas ganz anderes?

Auszug aus…

…meinem Zimmer, meinem Leben

KatzenkinderEinen großen Teil meines bisherigen Lebens, hat mir mein Zimmer Asyl geboten. Und viele der Dinge in meinem Zimmer, haben mir schon so viele Jahre darin gesellschaft geleistet, dass ich mich nicht mehr erinnern kann, wie lange es sie schon gibt.
Aber sie werden ja warten. Das ist das beunruhigende. Wenn das Haus nicht abbrennt, dann werden diese beiden Katzen nach meiner Rückkehr noch genauso in ihrem Setzkastennest sitzen, wie sie es heute Abend tun.
Auf der anderen Seite habe ich heute sehr viel Papier weggeworfen. Teilweise weil ich es nicht mehr brauche, aber bei vielen Infoflyern von Banken und ähnlichen Dingen denkt man sich: Bis ich wiederkomme, sind sie ohnehin nicht mehr aktuell.
Mit welchen Menschen telefoniere ich jetzt zum letzten Mal?
Will ich überhaupt wieder in mein Zimmer einziehen, wenn ich wiederkomme?
Oder bin ich meinen Katzen im Regal dann längst vollkommen fremd geworden?