(17.01.2018)

Emilys Hoffnung

Hoffnung – gefiedertes Wesen,
das in unserer Seele flattert
Es singt den Klang des Lebens ohne Worte
Niemals endendes Klagelied
Zauberworte gegen die Trauer

Ihre Stimme webt in das Rauschen des Sturms
den Ton eines Windspiels
Ihr sanft schüchternes Klopfen am Fenster
überdeckt ihre weltumspannenden Flügel

Weise den Pfad im Schnee
Sei die Brücke über den Ozean
Niemals hat sie danach gefragt
was wir für sie tun werden

(Interpretation von Emily Dickinsons Hope is the thing with Feathers.)

 

A Poem in (two) Colors

 

Dank Orion habe ich vor einiger Zeit meine Leidenschaft für das Mandala-Ausmalen wieder entdeckt. Nach dem ersten Gemeinschaftsprojekt dieser Art, der Metamorphosis,  folgt nun das Poem in two Colors.

Ich habe dieses Bild gezielt auch als neues Titelbild für die Seite der Texte ausgewählt.

 

 

 

 

 

 

Dieses Mandala trägt nicht umsonst das Gedicht im Namen. Die Symbolik hält in meinen Augen, was der Titel verspricht.

Wieder einmal möchte ich mich bei Orion dafür bedanken, dass ich diese Werke mit ihm und euch teilen darf und ein Wenig Werbung für seine Deviantart-Seite machen:
https://feuerwicht.deviantart.com/

Das Wesen des Unklaren

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Ohne Titel (1895)

Durch dieses Land streifte er
Wie ein Geist von Tür zu Tür;
Seine Hände umklammerten eine Laute
Und ließen süß sie klingen;

In seinen verträumten Melodien
Konntest du wie einen Sonnenstrahl
Die Wahrheit selber spüren
Und auch himmlische Liebe.

Die Stimme ließ manches Herz schlagen,
Das zu Stein geworden war;
Sie erleuchtete manchen Geist
In entlegenster Dunkelheit.

Doch statt Verherrlichung,
Wo immer die Harfe gespielt wurde,
Bot der Pöbel dem Geächteten
Ein mit Gift gefülltes Gefäß…

Und sprach zu ihm: >>Trink, o Verfluchter,
Dies ist deine Bestimmung!
Wir wollen deine Wahrheit nicht,
Noch deine himmlischen Melodien!<<

Quelle: Niemals eine Atempause – Handbuch der politischen Poesie im 20. Jahrhundert; von Joachim Sartorius; Autor des Gedichts: Josef Stalin (1878-1953).

Wahrheitswort

Wahrheitswort großEs ist überaus passend, dass es nicht meine Hände sind, die das Buch öffnen.
Auch wenn ich glaube, dass der Titel vom Künstler des Bildes anders gemeint war.
Egal welches Buch man in die Hand nimmt, es steckt voller Wahrheiten, weil nicht nur Schönheit, sondern auch Wahrheit im Auge des Betrachters liegt.
Jeder kann in jedem Buch eine Wahrheit finden.
Ich bin allerdings als Schreiberin dafür, es nicht krampfhaft intensiv zu versuchen und sich stattdessen manchmal für die Wahrheit anderer Menschen zu öffnen,
sonst macht das Bücherschreiben keinen Sinn mehr…