Licht ins Dunkel

Wie sollen wir Licht in eine Dunkelheit bringen,
die wir nicht zu betreten wagen?
Wir können ein Streichholz daran halten und sehen was brennt.
Doch was dann übrig bleibt, wird wieder nur schwarze Asche sein.

Osterlicht

Wir werden dann Licht für die Herzen anderer sein,
wenn wir keine Angst mehr davor haben,
was wir in ihnen finden könnten.

Der Glücksdrache und das Ampelmännchen

Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Für Bettina

Es war der späte Mittag des 24sten Dezember, der Tag vor Heiligabend, und der kleine Glücksdrache wanderte unruhig durch die Straßen der Stadt. Alles war laut und aufgeregt. Noch hatten nicht alle Stände des Weihnachtsmarktes abgebaut, auf den Holzdächern des Crêpe Verkäufers und des Glühweinausschanks lag Schnee und die Schuppen des kleinen Drachen hinterließen ein feines Linienmuster in dem angefrorenen Eismatsch. Suchend sah er sich um. Einmal im Jahr kam er hierher, um jemandem ein Geschenk zu machen. Viele Jahre lang hatte er im nahen Wald Weihnachten gefeiert, doch seit der Pegasus zu Neujahr immer zu seinen Kumpels nach Venedig flog, machte es keinen Spaß mehr. Beim Leute Beschenken hingegen konnte man, wenn man die Beschenkten gut auswählte und ein wenig Glück hatte – und das hatte der kleine Glücksdrache normalerweise – eingeladen werden. Dabei lernte man spannende Personen kennen und bisher hatte sich immer ein sehr netter Abend daraus ergeben. Doch dieses Jahr hatte er bisher keinen geeigneten Kandidaten gefunden. Er zuckte ratlos mit den Flügeln. Die Leute, die hier herumhuschten und die letzten Einkäufe erledigten, waren viel zu gestresst und beschäftigt, um ihn zu bemerken. Sie würden am Ende gar nicht wahrnehmen, dass er sie beschenkte und dann müsste er das Fest am Abend alleine verbringen. Mehr…

Eine Lebensgeschichte

DSC03427Die Hälfte meines Auslandsjahres ist inzwischen vorbei und wir bereiten die Präsentation für unser Zwischenseminar vor. Thema: Armut in Rumänien.
Ich hoffe, dass das Ergebnis sich hier posten lässt, wenn es soweit ist.

Was schon existiert ist die Vorstellung einer sozial benachteiligten Person aus meinem Projekt, deren momentane und zukünftige Situation mit einer großen Anzahl von weiteren schwierigen Themen verknüpft ist.
Auf den nächsten Seiten möchte ich sie mit euch teilen. Wer es lieber als PDF hat kann er auch gerne hier herunterladen:

Eine Lebensgeschichte

Reich beschenkt

KatzenkinderHeute Abend, es ist der 19. Dezember, der letzte Freitag und in vielen Projekten der letzte reguläre Arbeitstag vor Weihnachten, haben wir festgestellt, wie viele Geschenke die Kinder in Carani und Bacova in der Zeit um Weihnachten herum eigentlich bekommen. Bis zu 7 Stück pro Kind. In diesem Kontext möchte ich gerne von einer meiner Arbeiten in der letzten Woche berichten.
Carani hilft bei der Organisation und Umsetzung eines weiteren Projektes, das Hilfsgüter, meist in der Form von Lebensmitteln, Kleidern, Schuhen, Windeln und Holz, an Familien mit sehr geringem Einkommen verteilt. Und zwar nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über. Viele Kinder, die die Tagesstätte Casa Sf. Maria besuchen, kommen aus solchen Familien.
An Weihnachten schreiben diese Familien Dankesbriefe an die Sponsoren des Projektes, die dann über Carani an die Sponsoren weitergeleitet werden. Da die Sponsoren aber in den allermeisten Fällen Deutsche oder Österreicher sind, habe ich in der letzten Woche diese Briefe übersetzt.
Zu lesen wie viele Familien im Alltag kaum zurechtkommen, steht für mich im Widerspruch zu den, im Verhältnis dazu riesigen, Mengen an Geschenken, die die Kinder zu Weihnachten bekommen. Dazu möchte ich sinngemäß meinen Chef zitieren:
Es ist erstaunlich wie viele Menschen an Weihnachten plötzlich anfangen Dinge und Geld zu verschenken, während sich unter dem Jahr niemand fragt, woher das Geld für den laufenden Betrieb und dafür kommt, dass die Projekte nicht schließen müssen.
Auch ein trauriges Klischee befand sich unter den Weihnachtsgeschenken für Carani: Eine Kiste mit Kuscheltieren, die teilweise, dafür aber leider offensichtlich, vor dem Versand nicht mal gewaschen worden waren. So wie unter dem Jahr oft unvollständige Spielzeugspenden ankommen, sowie Spiele, die man teilweise nur und nur dann spielen kann, wenn man die deutsche Sprache beherrscht.
Wie ich das so schreibe meint meine Kollegin neben mir, sie habe im Frauenhaus unter den Spenden auch mal eine angefangene Cremetube gefunden. Solche Erlebnisse sind mir bislang (Gott sei Dank) erspart geblieben.

Doch noch was aktuelles

Ich fahre in den “Urlaub…”

Carani geht ab dem 1. September mit den behinderten Kindern, die dort betreut werden, zu einem Salzbergwerk und macht dort eine Art Kur und Ausflüge.
Ich gehe als Betreuerin mit. Für 12 Tage…
Mir wurde ein Kind, sowie ein Zimmer zugeteilt, für die ich verantwortlich bin…
Ich hab Angst…

Ich bin mir außerdem noch nicht sicher, ob das Vorbereitungsgespräch über die Ausfahrt dazu gedacht war, mich zu beruhigen, oder doch eher dazu, mich zu beUNruhigen… Wenn mir einer der langjährigen Betreuer erzählt, dass es ihnen auf dieser Ausfahrt auch hin und wieder mal zu viel wird, sodass sie sich einen Tag frei nehmen…

JvtS – 27.07.14 (So.)

Woche 1 (Ende Juli – August)

(So.) Der Kulturschock hat sich schon auf dem Busbahnhof in Stuttgart von hinten angeschlichen, folgt uns in den Bus und überfällt uns, sobald wir drinnen sind. Der Bus kommt aus Paris, Endstation ist Bukarest. Er ist voll besetzt. Fast alle Fahrgäste sind draußen, um sich die Füße zu vertreten. Wir haben alle drei keine Ahnung welche Plätze frei sind. Was an sich kein Problem ist. Das Problem ist viel eher, dass in diesem Bus praktisch niemand Deutsch kann.
Am Ende verständigt man sich mit Zeichensprache, der Busfahrer hilft und meine beiden Mitreisenden bekommen sogar Plätze nebeneinander. Die beiden kennen sich schon ein bisschen aus ihrer Gemeinde, damit bin ich das sprichwörtliche dritte Rad am Wagen und obwohl sich die beiden wirklich Mühe geben, dass ich mich nicht als Außenseiterin fühle, bleibt bei drei Menschen eben doch immer irgendwie einer übrig. Für die Busfahrt setzt sich dieses Gefühl erstmal fest. Allerdings fühle mich neben meinem Nebensitzer auch nicht so unwohl, dass ich das Angebot zum Platztauschen angenommen hätte. Mir ist momentan ohnehin nicht nach Unterhaltung. Dass ist die Busfahrt allein verbringe ist damit allein meine Entscheidung und liegt nicht an meinen Kolleginnen. Mehr…