Vorlesung C

Hallo an alle,

Vorlesung Cvor Kurzem hatte eine Kollegin von mir die Idee, im privaten Rahmen eine Art offene Bühne zu veranstalten. Der Abend war so schön, dass ein zweiter Termin in Planung ist.
Da es für die Reihe noch keinen offiziellen Namen gibt, habe ich sie Vorlesung C getauft. Den Abend haben wir aufgenommen und die Mitschnitte meiner Beiträge werden in den nächsten Tagen unter folgendem Link auf Youtube veröffentlicht:

Vorlesung C

Viel Freude beim Anhören!
Wer Interesse hat, findet den Kanal der Initiatorin der Veranstaltung hier:

https://www.youtube.com/channel/UCS7TQ5E-6X2kFEpgjw9pClA/videos

Im Nachrichtenzeitalter

Wir stehn in der Mitte einer Welt
die wandert mit der Zeit
Das Universum dehnt sich aus
nur wir sind noch nicht bereit.

Für Zeiten regierte das Leben die Welt.
Für viele noch heute alles was zählt.
Eine Zeit lang vielleicht, lag die Macht in der Stärke
doch im heute und jetzt, regieren Worte.

Wenig mehr als ein Satz
überzieht uns mit Terror und Schmerz
birgt Frieden als heiligen Schatz
und Tod für Stumme wie Sänger.

Hier stehen wir jeden Tag
und lesen verzweifelt im Untergang
lauschen Geschrei, mit dem es begann
doch unsere eigene Stimme verzagt.

Eine Zeit lang vielleicht, lag die Macht in der Stärke
doch die Menschheit lebt heute aufgrund starker Worte
Wir alle lesen, wir alle schreiben
und das meiste davon heimlich und leise.

Und ich erwarte nicht, dass wir kämpfen,
denn auch ich bin zu schwach
Ich flehe uns an: Erwacht! und schreit!
Lest nicht und wartet, schreibt!
Sodass alle euch sehen und verstehn.
Hören wir auf gemeinsam auf einem Schweigemarsch
ins Unverständnis zu gehn
und dabei in der Sprache der Weisheit zu flüstern.

Noch stehen wir hier, in der Mitte einer Welt
die springt in der Zeit
der Horizont wird klein und verschwinden
Sind wir bereit?

Licht ins Dunkel

Wie sollen wir Licht in eine Dunkelheit bringen,
die wir nicht zu betreten wagen?
Wir können ein Streichholz daran halten und sehen was brennt.
Doch was dann übrig bleibt, wird wieder nur schwarze Asche sein.

Osterlicht

Wir werden dann Licht für die Herzen anderer sein,
wenn wir keine Angst mehr davor haben,
was wir in ihnen finden könnten.

LebensZeit

Ich lese viel in BüchernNamenlosII
Ihr wisst ja,
wie das ist.
Es hält einen fest
und lässt nicht mehr los.
Lebenszeit verstreicht
und es ist schön.

Das Leben ist nicht wie in Büchern.
Dort gibt es vieles
was immer wiederkehrt.
Du weißt ja,
wie das ist.
Die über alles perfekte Liebe,
die sich um tausend Schwierigkeiten
in die Ewigkeit windet.
Der blutig tobende Krieg
in dem tausende fallen
und manchmal auch jemand
für den die Geschichte
einen Namen kennt.

Hast du schon geweint?

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Fragen?

Ich bin nicht gerne politisch, vor allem in der Öffentlichkeit nicht. Es ist schwer, neben all den alltäglichen Fragen, Thematiken, Problemen und neben dem Leben generell einen Überblick zu behalten. Insbesondere einen Überblick, der so groß ist, dass er differenzierte und begründete Meinungen zu teilweise unglaublich komplexen Thematiken erlaubt. Man möchte weder Ungerechtfertigtes sagen, noch zu Ungerechtfertigtem schweigen.

Vor einigen Tagen tauchte unter den Neuigkeiten auf meiner Facebookseite der Link zu einem Artikel von Zeit Online auf: Zur Wahl steht: Die Demokratie.
Der Artikel streift einige Themen unter dem Oberbegriff der momentanen politischen Lage. Darunter wird vor allem auch an die Geschichte der Demokratie erinnert und daran, wie Demokratie in ihren historischen Anfängen ausgesehen hat und was wir aus den damals grundlegenden Ideen heute lernen können. Und noch einen Schritt weiter: Was wir an unserer Demokratie ändern könnten, um die Politik wieder mehr für die Menschen zu gestalten.
Auch hier wieder ein Thema, über das ich keinen Überblick habe. Aber seit ich diesen Artikel gelesen habe, und ich würde wirklich allen empfehlen, ihn ebenfalls zu lesen, lässt mich einer der dort erwähnten Gedanken nicht mehr los: Was wäre, wenn man Politiker nicht wählen, sondern losen könnte? Und wenn es jeden treffen könnte? Was würde sich ändern, wenn niemand mehr für seinen Wahlkampf arbeiten würde, weil es keinen mehr gäbe? Wenn man nicht politisch eine gesellschaftliche Gruppe bevorzugen könnte, weil jede Gruppe die Politik ist?
Ich habe das gelesen.
Ich fand es interessant.
Ich dachte ich hätte es wieder vergessen oder verdrängt.
Ich habe darüber gelächelt, dass man es versuchen könnte. Jetzt und heute.
Ich habe gerade eben in den Nachrichten gesehen, dass offenbar heftig darüber gestritten wird, ob die Abgeordneten in BW nun zu Recht zwischen staatlicher und privater Altersvorsorge wechseln dürfen oder nicht. Obwohl ich versuche, sehr vorsichtig bei solchen Dingen zu sein, konnte ich doch nicht verhindert, dass in meinem Kopf eine Kette von Gedanken begann. Die Nachrichten schienen zu vermitteln, dass diese Regelung eine bessere Altersvorsorge für Abgeordnete bedeutet und ich meine mich an eine Schlagzeile über zunehmende Altersarmut erinnern zu können. Und dann sagen mir die Nachrichten wieder, dass zwei Fraktionen nicht für die Änderungen gestimmt haben: FDP und AfD. Da habe ich aufgehört mit diesen uninformierten Gedanken und mich stattdessen doch wieder gefragt:
Was wäre, wenn wir diese Diskussionen nicht führen müssten?
Wäre irgendjemand von uns tatsächlich ein besserer Langzeitpolitiker?
Gibt es Menschen, die so wenig auf sich selbst bedacht sind, dass sie der Herausforderung der Politiker-Seins auf Dauer gewachsen sind?
Was wäre, wenn es jeden treffen könnte?
Und wäre es möglich, dass wir die Demokratie grundlegend ändern? Jetzt?

Der Glücksdrache und das Ampelmännchen

Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Für Bettina

Es war der späte Mittag des 24sten Dezember, der Tag vor Heiligabend, und der kleine Glücksdrache wanderte unruhig durch die Straßen der Stadt. Alles war laut und aufgeregt. Noch hatten nicht alle Stände des Weihnachtsmarktes abgebaut, auf den Holzdächern des Crêpe Verkäufers und des Glühweinausschanks lag Schnee und die Schuppen des kleinen Drachen hinterließen ein feines Linienmuster in dem angefrorenen Eismatsch. Suchend sah er sich um. Einmal im Jahr kam er hierher, um jemandem ein Geschenk zu machen. Viele Jahre lang hatte er im nahen Wald Weihnachten gefeiert, doch seit der Pegasus zu Neujahr immer zu seinen Kumpels nach Venedig flog, machte es keinen Spaß mehr. Beim Leute Beschenken hingegen konnte man, wenn man die Beschenkten gut auswählte und ein wenig Glück hatte – und das hatte der kleine Glücksdrache normalerweise – eingeladen werden. Dabei lernte man spannende Personen kennen und bisher hatte sich immer ein sehr netter Abend daraus ergeben. Doch dieses Jahr hatte er bisher keinen geeigneten Kandidaten gefunden. Er zuckte ratlos mit den Flügeln. Die Leute, die hier herumhuschten und die letzten Einkäufe erledigten, waren viel zu gestresst und beschäftigt, um ihn zu bemerken. Sie würden am Ende gar nicht wahrnehmen, dass er sie beschenkte und dann müsste er das Fest am Abend alleine verbringen. Mehr…