Sommersturm (26.07.2018)

Die Luft zittert, weich und zärtlich, wie ein Windhauch im Sommer.
Deine Augen sind geschlossen und die Welt steht still. Lauscht deinem Herzschlag. Lausche du ihrem Zittern.
Hier liegt eine Ruhe in jedem Stein, eine in jedem Atemzug und auf einmal, von irgendwoher beginnst auch du zu zittern. Eine Vorfreude, tief in deiner Seele, wie ein Verliebtsein, nur unerforschter, wie das Gegenteil unfassbarer Wut.
Was immer dich erfüllt, es braucht dich jetzt. Wind erhebt sich in deinen Haaren und fährt durch dein Gesicht. Ein Herzschlag, flatternd wie ein Vogel, will plötzlich stark und unantastbar sein. Jede Geste, jedes Wort und Ton, verwandelt nun ein Zittern in einen Sommersturm und alles dreht sich nur um dich.
Es ist ein Orkan, der die Wände davonreißt und von dort wo du stehst lässt du Berge wachsen. Dann, im nächsten Moment, spürst du Gras an den Füßen. Du bist wie ein Engel. Deine Schultern schmerzen am Flügelansatz und deine Schwingen breiten sich aus, bis hinaus in den Sonnenaufgang.
In diesem einen Moment lässt sich alles ändern. Um dich herum zittert die Welt.
Hörst du es flüstern? Da weht ein Wind durch deine Federn.
Sei der Schmetterling, dessen Flügelschlag den Sommersturm entfacht.

Abend der lebenden Dichter (13.07.2018)

RabeAus Zeitgründen kommt dieser Post leider zwei Tage zu spät.
Am Freitag Abend haben wir zum vierten Mal den sogenannten “Abend der lebenden Dichter” an unserer Uni organisiert. Was zu Beginn als Veranstaltung unter Freunden und vor allem für Texte aller Art gedacht war, hat inzwischen beinahe 40 Teilnehmer und umfasst neben Texten auch Musikvorträge und kurze Filmvorführungen.
Das Bild ist eine spontane Kreidezeichnung von Feuerwicht, die an diesem Abend an der Tafel entstand.
Meine Beiträge bestanden diesmal aus dem Gedicht “Atem im Wind”, dass in der Sammlung “Mein schwarzes Herz” veröffentlicht ist und dem Text “Sommersturm”, der in Kürze in der Kategorie Texte zu lesen sein wird.

Vorlesung C (22.03.2018)

Hallo an alle :)
Es gibt neue, von mir gelesene Gedichte auf YouTube:

Vorlesung C – Termin 2

Nachdem die zweite Lyrikabend-Veranstaltung in den Physikgebäuden der Universität eigentlich schon im Januar stattfand, hat es eine Weile gedauert, bis ich dazu kam die Aufnahmen hochzuladen.
Der dritte Termin ist schon im April, diesmal voraussichtlich zum Thema “Frühlingsgefühle”.

I carry your heart with me (24.01.2018)

i carry your heart with me(i carry it in
my heart)i am never without it(anywhere
i go you go,my dear;and whatever is done
by only me is your doing,my darling)
                                                      i fear
no fate(for you are my fate,my sweet)i want
no world(for beautiful you are my world,my true)
and it’s you are whatever a moon has always meant
and whatever a sun will always sing is you
here is the deepest secret nobody knows
(here is the root of the root and the bud of the bud
and the sky of the sky of a tree called life;which grows
higher than soul can hope or mind can hide)
and this is the wonder that’s keeping the stars apart
i carry your heart(i carry it in my heart)

 

(E. E. Cummings.)

(17.01.2018)

Emilys Hoffnung

Hoffnung – gefiedertes Wesen,
das in unserer Seele flattert
Es singt den Klang des Lebens ohne Worte
Niemals endendes Klagelied
Zauberworte gegen die Trauer

Ihre Stimme webt in das Rauschen des Sturms
den Ton eines Windspiels
Ihr sanft schüchternes Klopfen am Fenster
überdeckt ihre weltumspannenden Flügel

Weise den Pfad im Schnee
Sei die Brücke über den Ozean
Niemals hat sie danach gefragt
was wir für sie tun werden

(Interpretation von Emily Dickinsons Hope is the thing with Feathers.)

 

Weiches Herz (06.01.2018)

Weiches Herz

unfassbar
wie Schmerz
Menschen nahe bringen kann
unbegreiflich
dass wir einander
trotzdem nicht fangen
trotzdem nicht trösten
sehen und gesehen werden
wenn wir sehen
dass wir gesehen werden

Wenn ein Herz zerfließt
wird kaum jemand
es fangen
fast keiner
wird es sehen

unfassbar
wie Schmerz
uns nahe bringen kann
untröstlich
bin ich darüber
dass wir es selten erfahren

Du hast den Stein gebrochen…

(von K.s.E)

Gedichte Band 1

Vorlesung C

Hallo an alle,

Vorlesung Cvor Kurzem hatte eine Kollegin von mir die Idee, im privaten Rahmen eine Art offene Bühne zu veranstalten. Der Abend war so schön, dass ein zweiter Termin in Planung ist.
Da es für die Reihe noch keinen offiziellen Namen gibt, habe ich sie Vorlesung C getauft. Den Abend haben wir aufgenommen und die Mitschnitte meiner Beiträge werden in den nächsten Tagen unter folgendem Link auf Youtube veröffentlicht:

Vorlesung C

Viel Freude beim Anhören!
Wer Interesse hat, findet den Kanal der Initiatorin der Veranstaltung hier:

https://www.youtube.com/channel/UCS7TQ5E-6X2kFEpgjw9pClA/videos

Haus der Schmerzen – Berlin

Die Seelen der Menschen weinen
In der Trauer brechen Fassaden
In unseren Schmerzen sind wir allein
In mir ertränkt sich ein Gedanke
eine Leere erfüllt den Verstand
hinein sinkt das Leid Ohne Worte
saugt mich aus, es reicht nicht.
Tausende trauern um ihre Vergangenheit
Beten das aufhört, was geschehen ist
Wie viele tausend Jahre
die neue Generationen weinen
um dem gleich zukommen. Es reicht nicht.
Selbst wenn die Erinnerung schwindet
werden die Gräber bleiben.
Selbst wenn der Stein zerfällt,
die Betonmale brechen. Es reicht nicht.

Die Seelen der Menschen weinen.
Sie dürfen nicht aufhören.

Anmerkung: Geschrieben in der Holocaust Gedenkstätte.

Die schönste Melodie

Geschrieben
für das Leben selbst
Verspielt
für alle Zeit

Tief im dunklen Labyrinthk-bluefinish
liegt ein Kartenspiel
Das Herz~Ass
obendrauf

Tief in Wegen
roten Herzens
ruht ein schwaches Licht
Spiegelsplitter ringsherum

Tief in grauen Nebelschwaden
liegen Vogelfedern
Ausgerissen von den Toten
Verbaut für kleine Nester

Tief in meinem stillen Geist
ruft ein fremdes Wort zu mir
Droht mit Sehnsucht
Ewigkeit
und Schutz für den Moment

Geschrieben
für das Leben selbst
Gespielt
für alle Zeit

Meine schönste Melodie