Old Games – Lyrics

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Freundschaft, aber bedingungslos

Der Ansatz für das Stück mit dem Titel Old Games ist das Resultat unseres ersten gemeinsamen Probenwochenendes (damals noch ohne Trompeter Sebastian). Es war der Januar 2018. Wir haben Nächte durchgemacht, waren hochmotiviert und hatten viele (zu viele?) Ideen. Der Kommentar unseres Coachs zur ersten Lied Idee lautete in etwa: Das sei noch ein bisschen überladen. Aber statt, wie vorgeschlagen, aus dem Konzept einfach zwei Stücke zu machen, teilten wir das ganze Stück in zwei recht unterschiedliche Hälften. Diese Teilung spiegelt sich auch im Text von Old Games.

Der Liedtext ist der Erinnerung an meine eigene Vergangenheit und einem wichtigen Menschen gewidmet, der damals eine schwere Zeit durchmachte. Die Beschäftigung damit rückte ein Dauerthema meines Lebens wieder stärker in den Vordergrund: Einsamkeit. Ich bin nicht ganz sicher, wie viele Gedichte ich schon geschrieben habe, die sich direkt oder indirekt mit allen Schattierungen dieses Gefühls befassen, aber es sind einige. Old Games geht noch einen Schritt darüber hinaus. Meine Gedichte kreisen vor allem um spontane Emotionen und sprechen nur in Ausnahmefällen die außenstehenden Personen an. Dieses Lied hingegen hat sich genau das zum Thema gemacht und balanciert damit auf dem gefährlichen Grat zwischen Aufforderung und Anklage. Ich hoffe sehr, dass alles was ich sage (nicht nur in diesem Stück, sondern auch in dieser Interpretation und in jedem meiner anderen Texte zu diesem Thema) als Idee und Aufforderung und nicht als Anklage verstanden wird.

Und noch etwas ist mir wichtig. Im englischen Liedtext wird das Wort „Depression“ verwendet. Ich verwende es dort, weil ich finde, dass es ein schnelles, treffendes Bild davon vermittelt, worum es ungefähr geht. Tatsächlich verlangt es aber gerade wegen seiner scheinbaren Einfachheit nach einer Erklärung. Was ich meine, sind nicht klinische Depressionen in dem Sinn, wie sie als Krankheitsbild registriert sind und behandelt werden. Ich habe keinerlei Befähigung, die es mir erlauben würde über Depression als Krankheit zu sprechen. Worum es mir geht ist die… nennen wir sie, in Anlehnung an einen externen Vorschlag… Betrübnis, die einen Menschen befallen kann. Ein Gefühl, das uns in die Verzweiflung hineinzerren möchte. Eines, das uns mit unseren versteckten Traurigkeiten und scheinbar zu den Akten gelegten Sinnfragen konfrontiert und sich nicht einfach zur Seite schieben lässt. (Laut Wikipedia müsste es korrekterweise wohl „Deprimiertheit“ heißen, aber Betrübnis klingt schöner.)

Zu dem Anfang des Textes gibt es nicht viel zu sagen. Das Stück gibt sich keinerlei Mühe zu verstecken, dass es um ein ernstes Thema geht. Ich möchte daher mit dem Schluss der ersten Strophe und dem ersten Refrain beginnen:

Doch die Schwäche in ihrer Stimme verwandelte dein Herz in Stein.
Es war die Einsamkeit. Abstoßend in ihrem schwarzen Kleid.

Ist sie zu verloren für dich, um ihr zu folgen?
Was ist mit der Zeit, als du sie Freundin nanntest?
Hast du Angst, von ihrer Seele beschmutzt zu werden?
Warum bist du blind?
In ihrer Welt werfen die Schatten das Licht.

In dem Gedicht Die Fliege im leeren Zimmer (das bald auch in meinem zweiten Gedichtband veröffentlicht wird) steht der Satz: „Sie ist wirklich allein, wenn Einsamkeit schon abschreckt“. Menschen, die bereits einsam sind und darunter leiden, sind oft nicht diejenigen, zu denen man leicht einen Zugang findet. Wenn wir uns davon abschrecken lassen, beginnen wir einen Teufelskreis. Auch habe ich mehrfach mitbekommen, wie die Betrübnis eines Partners Beziehungen zerstören können. Eine solche Situation zu verhindern braucht Mut von beiden Seiten. Ich glaube, dass in der Überwindung von solchen Stimmungen auch Chancen liegen können, wenn wir uns auf die Auseinandersetzung mit ihnen einlassen.

Stolz darauf, ihren ersten echten Kampf gewonnen zu haben.
Als die Betrübnis kam, um ihr Licht zu stehlen.
Sie verbrannte all die Schriften mit ihren Regeln und Lügen,
die sie für die Gesellschaft und das soziale Leben definiert haben.

Erst jetzt fällt mir auf, dass diese Textstelle nicht ganz so eindeutig ist, wie ich dachte. Aber an dieser Stelle gefällt es mir. Es ist nicht ganz klar, ob es unser lyrisches Ich oder die Betrübnis ist, die die Regeln verbrennt und ich habe mich gerade dazu entschieden nicht aufzulösen, an welche der beiden Varianten ich ursprünglich dachte.

Konflikte, in ihre Kunstwerke eingeschlossen

Hast du Angst, ihrer Seele nahe zu sein?

Diese drei Abschnitte (ich zähle den über die Gesellschaft dazu), sind auch die Chancen, die ich in betrübten Stimmungen sehe. Durch die eigenen Gefühle gezwungen zu sein, sich mit dem auseinanderzusetzen, was einen an der Gesellschaft und am Leben insgesamt stört, kann durchaus ein Antrieb zu positiven Veränderungen sein. Dasselbe lässt sich von einem Dasein in halbzufriedener, aber nicht explizit niederdrückender, Gewohnheit nicht unbedingt behaupten. Weiterhin kann intensiver Schmerz ein guter Anlass sein, sich auch anderweitig intensiver mit den eigenen Gefühlen zu beschäftigen. Für mich entstand daraus unter anderem meine Kunst. Aber auch allgemein finde ich, dass die Zerbrechlichkeit in Menschen oft ihre schönste, aber leider auch ihre verborgenste und unbekannteste ist.

In der zweiten Hälfte von Old Games wandelt sich das Stück nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich. Womit das Stück selbst die Botschaft verkörpert, die es trägt: Versuchen wir, emotionale Betrübnis als Chance und nicht als Hindernis zu sehen. Ich möchte dazu nicht mehr sagen, als das Stück selbst schon sagt:

Ein starker Glaube in die Liebe hat die Macht zu verändern,
all die Sorgen, die das Leben mit sich bringt.
Wir werden herausfinden, wie es weitergeht.

Zwischen Sehnsüchten zu leben und der Notwendigkeit zu zerstören
finden wir Hoffnung, an diesem hoffnungslosen Ort.
Liebe allein kennt alle Schattierungen von Schmerz.
Ist sie zu verloren für dich, um ihr zu folgen?
Hast du Angst, dich in ihrer Seele zu verlieren?
Das brauchst du nicht,
denn ihrer Welt werfen die Schatten das Licht.

Evening Leaves – Lyrics

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Was wir immer bei uns tragen

Evening Leaves hat mit der Veröffentlichung unseres Albums Oneira noch einmal seinen Titel geändert. Evening Leaves war mein erster Vorschlag gewesen, da mir die Doppelbedeutung aus Abendblätter / Abendlaub und Der Abend geht so gut gefiel. Allerdings befürchteten wir, dass die Interpretation des Titels als Abendblätter (was für uns die schönere Bedeutung ist) zu abwegig sein könnte. Daher hieß das Stück eine ganze Weile Evening’s Leaves, bevor sich bei der Alben Veröffentlichung meine Meinung zu dem Thema wieder durchsetzte. 😉

Der Hintergrundgedanke für das Stück wurde (wie so oft) von Axel und mir gemeinsam entwickelt. Wobei es (wäre auch nicht das erste Mal) nicht unwahrscheinlich ist, dass unsere nachträglichen Interpretationen des Textes ein wenig auseinandergehen würden. Grob gesagt geht es darum, wie kleine Ereignisse und Zufälle in unserem Leben immer wieder auftauchen. Vielleicht ein wenig im Sinne des Satzes „Man sieht sich immer zweimal im Leben“. Aber für mich schwingt auch mit, wie solche Kleinigkeiten für unseren weiteren Weg bedeutend werden können, wenn wir es zulassen.

Das Lied hat nicht nur drei Strophen, es behandelt auch drei Themen, sowie drei Formen von Beziehung: Partnerschaft, Freundschaft und Familie.

Eines Tages lief ich tief in Gedanken versunken durch einen leeren Park […]
Als ein Mann die Straße herunterkam und mir zulächelte.
Ich weiß, dass ich seine Augen nie vergessen werde,
denn sie schienen in mich verliebt zu sein.

Heute weckte ich ihn auf, in unserem ersten eigenen Zuhause […]
Ich wusste, dass ich ihn schon einmal gesehen hatte:
Da gab es diesen Jungen, der immer mit mir lachte.

In der ersten Strophe ist das Thema nicht nur eine, sondern gleich zwei Begegnungen zwischen zwei Menschen. Sie treffen sich eines Tages irgendwo, beide allein auf einem Spaziergang. Sie sehen sich flüchtig im Vorbeigehen an und sind fasziniert. Spannend an dieser Strophe ist eigentlich das, was sie nicht erzählt. Denn im zweiten Teil erinnert sich das lyrische Ich nicht nur daran, dass sie diesen Mann aus ihrer Kindheit kennt. Die beiden sind jetzt offensichtlich ein Paar. Was ist also passiert, was haben die beiden getan, um aus dieser flüchtigen Faszination ein andauerndes Glück zu erschaffen?

Mich begleitet diese Frage oft durch meinen Alltag. Wer viel mit dem Zug oder zu Fuß in Städten unterwegs ist, der hat vielleicht schon erlebt, wie sich Blicke flüchtig begegnen und wieder auseinandertreiben. Meistens denke ich mir nichts weiter dabei. Doch in vielleicht einem von zwanzig Fällen bilde ich mir ein, in den Augen meines Gegenübers eine Neugier zu sehen, die meiner eignen ähnlich ist. Dann frage ich mich, was wir dadurch verpassen, dass wir einfach aneinander vorbeigehen. Und ob es uns beide verändert hätte, entgegen aller Konventionen stehen zu bleiben und herauszufinden, wohin diese Neugier führt.

Eines Tages saß ich allein in einem leeren Park
und der Wein, den ich trank, war rot, wie meine selbstsüchtigen Gedanken.
[…] Heute weiß ich: Was mich dort gerettet hat
war diese Erinnerung, die ich sehr schätze:

Eines Nachts saßen wir tief in Gedanken versunken an einem Lagerfeuer […]
Als du mir versprachst, dass du da sein wirst, was immer passiert.

In der ersten Strophe war es die Begegnung, hier sind es „nur Worte“. Es war ein Abend unter Freunden, wobei offenbleibt, wie gut sie sich wirklich kannten. Vielleicht war es auch eine Jugendausfahrt oder ein Festival. Ein Abend mit lauter Fremden, die sich durch irgendetwas verbunden fühlen. Es geht garnicht so sehr darum zu fragen, wie oft wir uns bereit fühlen, einem Menschen ein so weitreichendes Versprechen zu machen: Immer da zu sein. Die Frage ist eher, ob wir einem Freund oder Bekannten, den wir gernhaben, das auch sagen. Es mag in diesem Moment bedeutungslos erscheinen. Doch nicht immer lässt sich der Wert eines Satzes schon in der Sekunde abschätzen, in dem er gesagt wird. Und allzu oft erfahren wir nie, welche Bedeutung Gesagtes für unser Gegenüber hat. Da dies leider nicht nur für positive Aussagen gilt, ist es vielleicht umso wichtiger, mit unseren zuneigenden Gefühlen mutiger umzugehen.

[…] Zurück zuhause bemerkte ich, dass ich meinen goldenen Ring verloren hatte.
Ich weinte, denn es war ein Geschenk für mich
von einem Familienmitglied, das ich liebte.

Heute pflanzte ich Samen in meine Blumenbeete […]
Als ich plötzlich meinen Ring in meinen Händen fand.
Ich frage mich, ob die Elster ihn zurückbrachte,
die über mir in den Bäumen sitzt.

Schon beim Schreiben dieser Strophe war klar, dass nicht ganz eindeutig wird, dass es sich bei dem goldenen Ring nicht um den Ehering aus der ersten Strophe handelt. Da es mich nicht unbedingt stört, wenn das Schmuckstück mit dem Liedbeginn verbunden wird, habe ich den Text trotzdem so gelassen. Für mich ist der Ring allerdings tatsächlich das Erbstück eines Blutsverwandten. Hier geht es um die Erinnerungen an Menschen, die wir uns nicht aussuchen konnten, die aber trotzdem einen wesentlichen Teil unseres Lebens geprägt haben. Unsere Familie nimmt eine Sonderstellung in unseren sozialen Beziehungen ein: Während die meisten anderen Menschen sich Mühe geben müssen, unser Vertrauen zu gewinnen, gibt es in Familien ein prinzipielles Grundvertrauen. Selbst wenn dies irgendwann zerstört wird sorgt es dafür, dass wir die Erlebnisse mit diesen Menschen und deren Einfluss auf unser Leben und unseren Charakter niemals ablegen können. Egal wie oft wir denken, wir hätten sie verloren: Wir werden sie immer wieder entdecken. Im Guten wie im Schlechten.

Behind the Lyrics II

Hallo 😊
Im vergangenen Monat habe ich meine #Behind_the_Lyrics Serie begonnen, in der ich meine persönliche Interpretation der Liedtexte von Cataract of Dreams „zu Papier“ bringe.
Für den ersten Teil hatte ich mir vier Stücke ausgesucht, die für mich auf verschiedene Arten mit der Entstehungszeit unserer Band verknüpft sind.
Der zweite Teil ist nun überschrieben mit EinBlick auf Beziehung. Er konzentriert sich auf vier Lieder, die Freundschaften und Liebesbeziehungen aus unterschiedlichsten Perspektiven behandeln. Den ersten der Beiträge gibt es nächsten Montag.
Die Beiträge gibt es wieder unter dem #Behind_the_Lyrics:

http://www.kath-east.de/tag/behind-the-lyrics/

Viel Spaß beim Lesen! 😊

P.s: Veröffentlicht werden die Beiträge nacheinander, immer montags um 19:00 Uhr.

Rock am Gleis! (21.09.2018)

Hallo ihr 🙂
Nachdem ich lange nichts mehr von mir habe hören lassen kommen hier die Neuigkeiten:
Meine Band Cataract of Dreams hatte am 21sten. einen Auftritt gemeinsam mit zwei anderen Bands, den ich mit vorbereitet habe. Bisher gibt es leider noch keine Tonaufnahmen der Veranstaltung, aber hier sind schonmal zwei Bilder von mir und Feuerwicht on stage… 😉 Es war ein wirklich toller Abend mit vielen netten Begegnungen.

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Weiches Herz (06.01.2018)

Weiches Herz

unfassbar
wie Schmerz
Menschen nahe bringen kann
unbegreiflich
dass wir einander
trotzdem nicht fangen
trotzdem nicht trösten
sehen und gesehen werden
wenn wir sehen
dass wir gesehen werden

Wenn ein Herz zerfließt
wird kaum jemand
es fangen
fast keiner
wird es sehen

unfassbar
wie Schmerz
uns nahe bringen kann
untröstlich
bin ich darüber
dass wir es selten erfahren

Du hast den Stein gebrochen…

(von K.s.E)

(04.01.2018)

Heute gibt es eine kleine Animation, über die ich mit schöner Regelmäßigkeit stolpere, die mir aber jedes Mal wieder ausnehmend gut gefällt.
Sie handelt von einer Freudschaft, die für beide Seiten schließlich so wichtig wird, dass sie ihr ganzes Leben nach einander ausrichten, bis sie am Ende daran zerbrechen.

The life of Death

Go Get a Roomie!

Ist ein wirklich süßer, englischsprachiger Webcomic, für den Feuerwicht (hier öfter mal als Orion aufgetaucht) und ich eine Gastseite eingereicht haben, die nun auch auf der Homepage des Comics veröffentlicht wurde.
Für diejenigen von euch, die reinlesen möchten: Die eigentliche Story braucht erst einigen Vorlauf, bevor sie richtig anfängt. Meiner Ansicht nach lohnt es sich, bis dahin durchzuhalten, falls man nicht schon vom Format an sich vollkommen abgeschreckt ist.

Hier klicken für die Gastseite

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Die Autorin Chlove selbst beschreibt ihren Comic wie folgt:

This webcomic follows the wild adventures of an upbeat hippie, living her life in love and joy. (And beer and sex.)
You’ll get to meet her various other friends, all as lovely and bonkers as she is.

Slightly NSFW, if you count the countless naked boobs as such, and updating Monday, Wednesday and Friday.
Hope you enjoy your stay 🙂

Quelle: http://www.gogetaroomie.com/about ; Entnommen am 27.12.2017