(11.01.2018)

Wahrscheinlich sind alle Tragödien, wundervollen Zufälle, Liebesgeschichten und Freundschaften, von denen wir so gerne in Büchern lesen, schon irgendwo geschehen. Wahrscheinlich sind sie sogar mehr als einer Person schon passiert.
Nun müssen wir uns nur noch fragen, welche Zufälle und Freundschaften in unserem Leben warten, wenn wir aufmerksam und offen dafür sind.
Und wir sollten nicht vergessen, dass auch die Tragödien jemanden haben, dem sie geschehen. Und dass es oft an uns liegt, ob aus einer Tragödie eine schöne oder eine traurige Geschichte wird.

Haus der Schmerzen – Berlin

Die Seelen der Menschen weinen
In der Trauer brechen Fassaden
In unseren Schmerzen sind wir allein
In mir ertränkt sich ein Gedanke
eine Leere erfüllt den Verstand
hinein sinkt das Leid Ohne Worte
saugt mich aus, es reicht nicht.
Tausende trauern um ihre Vergangenheit
Beten das aufhört, was geschehen ist
Wie viele tausend Jahre
die neue Generationen weinen
um dem gleich zukommen. Es reicht nicht.
Selbst wenn die Erinnerung schwindet
werden die Gräber bleiben.
Selbst wenn der Stein zerfällt,
die Betonmale brechen. Es reicht nicht.

Die Seelen der Menschen weinen.
Sie dürfen nicht aufhören.

Anmerkung: Geschrieben in der Holocaust Gedenkstätte.

LebensZeit

Ich lese viel in BüchernNamenlosII
Ihr wisst ja,
wie das ist.
Es hält einen fest
und lässt nicht mehr los.
Lebenszeit verstreicht
und es ist schön.

Das Leben ist nicht wie in Büchern.
Dort gibt es vieles
was immer wiederkehrt.
Du weißt ja,
wie das ist.
Die über alles perfekte Liebe,
die sich um tausend Schwierigkeiten
in die Ewigkeit windet.
Der blutig tobende Krieg
in dem tausende fallen
und manchmal auch jemand
für den die Geschichte
einen Namen kennt.

Hast du schon geweint?

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Gezwungener Hass

Wie wir uns zwingen, unser Leben zu hassen

Weg zum Fluss IIIm Grunde (und das hat schon mein Psychologielehrer immer gesagt) beginnt es in der Schule. Nein, das hier wird kein Angriff auf unser Bildungssystem. Aber trotzdem zeichnet sich Schule in gewisser Hinsicht durch einen Mangel an Wahlmöglichkeiten aus. Über den Sinn, die Notwendigkeit oder Unsinn dahinter, möchte ich hier nicht streiten. Aber trotzdem sorgt dieser Mangel dafür, dass man mit der Zeit so ziemlich fast alles zu hassen beginnt, was mit Schule zu tun hat. Allem voran natürlich Unterricht und Hausaufgaben.
Inzwischen habe ich ein Studium begonnen. Ein selbstgewähltes Fach. Nur noch Dinge, mit denen ich mich gerne beschäftige. Darauf habe ich mich gefreut, als ich von der Schule ging. Als ich nun vorgestern aber über meinem ersten Übungsblatt saß, bemerkte ich, dass in meinem Kopf ein seltsamer Streit stattfand. Ein Teil meines Unterbewusstseins, versuchte mich permanent daran zu erinnern, dass das, was ich tue (Übungsaufgaben) unangenehm für mich ist, weil es sich dabei nicht um eines meiner Hobbys handelt und weil es etwas ist, zu dem ich seit der Aufnahme meines Studiums in gewisser Weise verpflichtet bin. Doch wenn ich aktiv darüber nachdachte, fand ich das Übungsblatt eigentlich ganz in Ordnung. Es war einen Tätigkeit, die mir durchaus Spaß machte, solange sie nicht der einzige Bestandteil meines Lebens war.
Seitdem frage ich mich andauernd, wie oft ich mich selbst unbewusst dazu zwinge, meine Tätigkeiten, meine Tage oder auch mein ganzes Leben zu hassen ohne, dass es dafür tatsächlich einen Grund gibt.