Segelgedanken VII

Das Internet hat mir doch noch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Daher kommen die Beiträge ab jetzt nicht mehr live, sondern um ein paar Tage versetzt, weil ich nicht alles auf einmal hochladen möchte.

Das Thema des Tages wird ausgelöst durch eine seltsame Skulptur auf einem Marktplatz und den Gedenkbaum eines Märtyrers, dessen zertretene rote Früchte auf dem Boden sicher nicht zufällig wie Blut aussehen. Auf den ersten Blick scheint es eine typische Frage für und von Künstlern zu sein, doch ich glaube am Ende betrifft sie uns zu viel mehr Gelegenheiten: Was treibt uns eigentlich an, wenn wir etwas erschaffen? Wenn wir überhaupt ewas produktives tun? Geht es um unser persönliches Glück? Ich denke, meistens wird das eine Rolle spielen. Doch wodurch wird es ausgelöst? Für mich selbst geht es bei dieser Überlegung oft darum, ob ich etwas für mich und sozusagen als Selbstzweck tue. Oder ob es um die Berührungspunkte geht, die andere mit meinen Werken haben. Wenn es zweiteres ist: Wollen wir dann nur erreichen, dass andere etwas davon haben? Brauchen wir die ausgesprochene Anerkennung für das, was wir getan haben? Oder ist es am Ende etwas ganz anderes?

Büchernetze

Wir spinnen ein Netz
aus geschriebenen Worten
Fangen den Sinn
Fangen uns selbst

Leben in Träumen
aus Erinnerung
Fangen das Leben
Fangen die Träume
in Netzen
aus geschriebenen Worten
sperren sie ein

Gefangenes Denken
Gefangenes Fühlen
in Netzen
aus Worten
Gefangen und doch frei
Flüchtig gebunden
ewig gehalten
in Büchern

Neue Gedichte veröffentlicht

Meine schönste Melodie

Wie das manchmal so ist, hat es eine Weile länger gedauert, als ursprünglich gedacht. Aber jetzt ist es soweit: Meine zweite Gedichtsammlung ist, versehen mit über 70 Illustrationen von Feuerwicht, bei BoD erschienen. (Und selbstverständlich auch über Amazon erhältlich). Bis sie auch als e-Book bestellbar ist, kann es noch ein oder zwei Wochen dauern. Aber wer sich schon einmal die Taschenbuch Ausgabe ansehen möchte, ist herzlich eingeladen, dies hier zu tun. 😉

(19.02.2018)

Ich fühle, ich könnte viel Bedeutenderes, Leidenschaftlicheres, Wirkungsvolleres leisten. Aber was? Was gibt es bedeutungsvolleres zu sagen? Und wie kann man bei unseren herkömmlichen Themen Leidenschaft entwickeln? Worte können Röntgenstrahlen gleichen, wenn man sie richtig anwendet, können alles durchdringen.

 

(Aus Schöne neue Welt von Aldous Huxley.)

Gedichte Band 1

LebensZeit

Ich lese viel in BüchernNamenlosII
Ihr wisst ja,
wie das ist.
Es hält einen fest
und lässt nicht mehr los.
Lebenszeit verstreicht
und es ist schön.

Das Leben ist nicht wie in Büchern.
Dort gibt es vieles
was immer wiederkehrt.
Du weißt ja,
wie das ist.
Die über alles perfekte Liebe,
die sich um tausend Schwierigkeiten
in die Ewigkeit windet.
Der blutig tobende Krieg
in dem tausende fallen
und manchmal auch jemand
für den die Geschichte
einen Namen kennt.

Hast du schon geweint?

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Leseprobe I – Mein schwarzes Herz

NachtwindNachtwind

Stell dir vor,
ein langer Flur.
prunkvoll,
Leer,
geschichte.

Stell dir vor,
die große Halle.
prächtig,
Leer,
geschichte.

Stell dir vor,
dort an der Wand,
die alte Pendeluhr.

Das Zifferblatt,
aus Diamant,
ist eingestaubt,
seit Jahren.

Ein tristes Märchenland.

Dort in der Pendelmitte,
ein herrlicher Rubin.
Doch gibt es niemals Wind,
den Staub von ihm zu wehn.

Da sieh, durch leere Säle,
still ein Schatten geht.
Sein warmer, schwarzer Atem,
durch die Gänge zieht.

Leere gänge,
Leere hallen,
er trägt Sie alle fort,
und sein warmer Atem zieht,
still durch diesen Ort.

Durch das triste Märchenland,
Sieh! er nähert sich der Uhr.
Sieh! er hebt die Flammenhand!

und stößt mit
sanften, zarten Fingern,
sacht, das schöne Pendel an…

Sonne, Sand und Dreck

Vorspann

Zunächst: Ich hatte einen wirklich, wirklich schönen Urlaub in einer wirklich, wirklich schönen Gegend. Aber solche Urlaube könnt ihr selber machen. Es geht ja darum zu erzählen, was man vielleicht ändern könnte an/in schönen Urlauben.
Das hier hab ich nach meinem Urlaub geschrieben:
(Die Version ist ein Entwurf und gekürzt)

Wer nicht sucht wird finden

(Ausschnitt aus: “Die Stadt am Silbernen See” von KsE)

Reste einer heilen Welt

Reste einer heilen Welt

[…] An diesem Strand hatten die Menschen den Sand gestohlen, weil sie ihn so schön fanden und nun war beinahe nichts mehr davon übrig geblieben. Die letzten Reste davon darf nun niemand mehr betreten. Und irgendwo auf Fenstersimsen stehen nun kleine Strände, die sich irgendwann auflösen, weil sich irgendwer an etwas sattgesehen haben wird, das er anderen vorenthalten hat. […]

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