Irgendwo Zuhause

25. Kath am StrandSeit ein paar wenigen Tagen bin ich wieder zuhause in Deutschland. Also: Ist mein Zuhause wieder in Deutschland. Und so richtig weiß ich nun eigentlich auch nicht mehr, was das eigentlich heißen soll: Zuhause.
Ein Jahr lang war ich in Rumänien zuhause und nun soll sich das von einem Tag auf den anderen wieder ändern. Daran kann ich nicht richtig glauben. Es scheint fast so, als würden Menschen, die viel Reisen, sich innerlich irgendwann aufteilen, damit sie überall zuhause sein können oder sie sind eben dann nirgendwo zuhause, außer in sich selbst und vielleicht bei anderen Menschen…

Starke Worte für einen langen Weg

24. Im SüdenAm Mittwoch den 15.Juli war für mich der letzte Arbeitstag in der Behindertentagesstätte “Casa Sf.Maria” in Carani, denn für das Projekt beginnt nun die lange Sommerpause.
Eine meiner, nun ehemaligen, Mitarbeiterinnen, gab mir zum Abschied sinngemäß und zusammengefasst folgende Worte mit auf den Weg, die ich mit euch teilen möchte, weil sie im Grunde für uns alle gelten:

Erfahrungen werden wir solange immer wieder erleben, bis wir daraus gelernt haben.
Wir sollen immer den Mut haben zu entscheiden, was das Richtige für uns ist.
Das Leben tut nicht immer das, was wir wollen, doch wir sollen uns bewusst sein, dass alles was mit uns und in unserem Umfeld geschieht, immer für uns geschieht und dass wir irgendwann auch die Chance bekommen, zu verstehen, warum wir manche Erfahrungen genau so gemacht haben, wie sie passiert sind.

Auch einen Satz von mir möchte ich noch hinzufügen, der mir während meinem Jahr sehr wichtig geworden ist:

Nichts geschieht aus Zufall und trotzdem ist nichts vorherbestimmt. Wir bekommen immer nur Chancen und können sie dann nutzen. Oder auch nicht.

Konstruktive Textkritik

Sachinformationen:

Die Tagesstätte für Romakinder in Periam ist ein Projekt der Caritas der Diözese Temeswar und wurde 2008 gegründet.

Das Dorf Periam liegt mit dem Zug tatsächlich fast genau eine Stunde außerhalb von Timisoara. Zu diesem Dorf, das bedeutet, unter der Verwaltung der Bürgermeisteramtes Periam, gehört auch eine Roma-Siedlung, die auch vom Straßennetz her zwar direkt an das Dorf angeschlossen ist, dennoch gibt es eine klare Grenze zwischen dem Dorf und der Siedlung. Die Roma in der Siedlung leben unter schlechten Bedingungen. Die allermeisten Häuser sind mit billigen Materialien mit nur einem Stockwerk errichtet. Viele von ihnen haben nur festgetretene Erde statt einem richtigen Fußboden und die Häuser sind oftmals sehr, sehr klein, verglichen mit der Anzahl Menschen, die darin wohnen. Mehr…

Eine Plastikschildkröte

und ein Lächeln

Diese Geschichte ist wirklich passiert. Da sie vergangen ist, war sie Realität. Sie war Realität, während ich diese Geschichte aufschreibe und sie wird immer noch Realität gewesen sein, wenn du diese Geschichte irgendwann liest.
Doch die Umstände, die diese Geschichte herbeigeführt haben, waren nicht Realität. Sie sind es noch immer. Und werden es hoffentlich nicht mehr sein, wenn du diese Geschichte liest. Ich hoffe, bis du diese Geschichte liest wird sich alles geändert haben, werden wir in einer besseren Welt leben. Aber ich glaube es nicht.
Ich sage bessere Welt. Dabei hat mich diese Geschichte in dem Moment, in dem ich sie erlebte, sehr glücklich gemacht. Nachdenken kann vieles verändern. Mehr…

Wieder daheim

DSC04229Zurück vom Zwischenseminar, auf dem das vergangene halbe und das kommende halbe Jahr besprochen wurden. Viele alte und neue Freunde (wieder) getroffen. Viel schockierendes gehört, neue Motivation gesucht, von anderen gelernt. In stillen zwei Stunden endlich mal wieder in Ruhe Texte geschrieben. Mit einem Kumpel über meine Musik gesprochen, was schön, hart, er- und entmutigend zugleich war. Neue Wege für die kommende Zeit im Projekt suchen, das mich noch immer leicht überfordert.
Und das alles in einer Woche.
Die kommende Zeit wird eine voller Spannung sein.

Eine Lebensgeschichte

DSC03427Die Hälfte meines Auslandsjahres ist inzwischen vorbei und wir bereiten die Präsentation für unser Zwischenseminar vor. Thema: Armut in Rumänien.
Ich hoffe, dass das Ergebnis sich hier posten lässt, wenn es soweit ist.

Was schon existiert ist die Vorstellung einer sozial benachteiligten Person aus meinem Projekt, deren momentane und zukünftige Situation mit einer großen Anzahl von weiteren schwierigen Themen verknüpft ist.
Auf den nächsten Seiten möchte ich sie mit euch teilen. Wer es lieber als PDF hat kann er auch gerne hier herunterladen:

Eine Lebensgeschichte

Reich beschenkt

KatzenkinderHeute Abend, es ist der 19. Dezember, der letzte Freitag und in vielen Projekten der letzte reguläre Arbeitstag vor Weihnachten, haben wir festgestellt, wie viele Geschenke die Kinder in Carani und Bacova in der Zeit um Weihnachten herum eigentlich bekommen. Bis zu 7 Stück pro Kind. In diesem Kontext möchte ich gerne von einer meiner Arbeiten in der letzten Woche berichten.
Carani hilft bei der Organisation und Umsetzung eines weiteren Projektes, das Hilfsgüter, meist in der Form von Lebensmitteln, Kleidern, Schuhen, Windeln und Holz, an Familien mit sehr geringem Einkommen verteilt. Und zwar nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über. Viele Kinder, die die Tagesstätte Casa Sf. Maria besuchen, kommen aus solchen Familien.
An Weihnachten schreiben diese Familien Dankesbriefe an die Sponsoren des Projektes, die dann über Carani an die Sponsoren weitergeleitet werden. Da die Sponsoren aber in den allermeisten Fällen Deutsche oder Österreicher sind, habe ich in der letzten Woche diese Briefe übersetzt.
Zu lesen wie viele Familien im Alltag kaum zurechtkommen, steht für mich im Widerspruch zu den, im Verhältnis dazu riesigen, Mengen an Geschenken, die die Kinder zu Weihnachten bekommen. Dazu möchte ich sinngemäß meinen Chef zitieren:
Es ist erstaunlich wie viele Menschen an Weihnachten plötzlich anfangen Dinge und Geld zu verschenken, während sich unter dem Jahr niemand fragt, woher das Geld für den laufenden Betrieb und dafür kommt, dass die Projekte nicht schließen müssen.
Auch ein trauriges Klischee befand sich unter den Weihnachtsgeschenken für Carani: Eine Kiste mit Kuscheltieren, die teilweise, dafür aber leider offensichtlich, vor dem Versand nicht mal gewaschen worden waren. So wie unter dem Jahr oft unvollständige Spielzeugspenden ankommen, sowie Spiele, die man teilweise nur und nur dann spielen kann, wenn man die deutsche Sprache beherrscht.
Wie ich das so schreibe meint meine Kollegin neben mir, sie habe im Frauenhaus unter den Spenden auch mal eine angefangene Cremetube gefunden. Solche Erlebnisse sind mir bislang (Gott sei Dank) erspart geblieben.