Erfahrungen

Lyrikmeer - by OrionErfahrungen klingt nach Tagebuch und so ähnlich ist es tatsächlich.

Eigentlich werden alle Erfahrungen, die ich irgendwie mitteilen möchte, entweder in Gedichten oder in Geschichtenn versteckt und insofern unterscheidet sich dieses Unterthema von den anderen, da es hier wenig Interpretationsfreiraum geben wird.

Diese Seite soll eine Sammlung philosophischer Gedanken und wahrheitsgetreuer Erzählungen sein, die es wert sind, mit anderen geteilt zu werden.


Haus der Schmerzen – Berlin

Die Seelen der Menschen weinen
In der Trauer brechen Fassaden
In unseren Schmerzen sind wir allein
In mir ertränkt sich ein Gedanke
eine Leere erfüllt den Verstand
hinein sinkt das Leid Ohne Worte
saugt mich aus, es reicht nicht.
Tausende trauern um ihre Vergangenheit
Beten das aufhört, was geschehen ist
Wie viele tausend Jahre
die neue Generationen weinen
um dem gleich zukommen. Es reicht nicht.
Selbst wenn die Erinnerung schwindet
werden die Gräber bleiben.
Selbst wenn der Stein zerfällt,
die Betonmale brechen. Es reicht nicht.

Die Seelen der Menschen weinen.
Sie dürfen nicht aufhören.

Anmerkung: Geschrieben in der Holocaust Gedenkstätte.

Im Nachrichtenzeitalter

Wir stehn in der Mitte einer Welt
die wandert mit der Zeit
Das Universum dehnt sich aus
nur wir sind noch nicht bereit.

Für Zeiten regierte das Leben die Welt.
Für viele noch heute alles was zählt.
Eine Zeit lang vielleicht, lag die Macht in der Stärke
doch im heute und jetzt, regieren Worte.

Wenig mehr als ein Satz
überzieht uns mit Terror und Schmerz
birgt Frieden als heiligen Schatz
und Tod für Stumme wie Sänger.

Hier stehen wir jeden Tag
und lesen verzweifelt im Untergang
lauschen Geschrei, mit dem es begann
doch unsere eigene Stimme verzagt.

Eine Zeit lang vielleicht, lag die Macht in der Stärke
doch die Menschheit lebt heute aufgrund starker Worte
Wir alle lesen, wir alle schreiben
und das meiste davon heimlich und leise.

Und ich erwarte nicht, dass wir kämpfen,
denn auch ich bin zu schwach
Ich flehe uns an: Erwacht! und schreit!
Lest nicht und wartet, schreibt!
Sodass alle euch sehen und verstehn.
Hören wir auf gemeinsam auf einem Schweigemarsch
ins Unverständnis zu gehn
und dabei in der Sprache der Weisheit zu flüstern.

Noch stehen wir hier, in der Mitte einer Welt
die springt in der Zeit
der Horizont wird klein und verschwinden
Sind wir bereit?

Fragen?

Ich bin nicht gerne politisch, vor allem in der Öffentlichkeit nicht. Es ist schwer, neben all den alltäglichen Fragen, Thematiken, Problemen und neben dem Leben generell einen Überblick zu behalten. Insbesondere einen Überblick, der so groß ist, dass er differenzierte und begründete Meinungen zu teilweise unglaublich komplexen Thematiken erlaubt. Man möchte weder Ungerechtfertigtes sagen, noch zu Ungerechtfertigtem schweigen.

Vor einigen Tagen tauchte unter den Neuigkeiten auf meiner Facebookseite der Link zu einem Artikel von Zeit Online auf: Zur Wahl steht: Die Demokratie.
Der Artikel streift einige Themen unter dem Oberbegriff der momentanen politischen Lage. Darunter wird vor allem auch an die Geschichte der Demokratie erinnert und daran, wie Demokratie in ihren historischen Anfängen ausgesehen hat und was wir aus den damals grundlegenden Ideen heute lernen können. Und noch einen Schritt weiter: Was wir an unserer Demokratie ändern könnten, um die Politik wieder mehr für die Menschen zu gestalten.
Auch hier wieder ein Thema, über das ich keinen Überblick habe. Aber seit ich diesen Artikel gelesen habe, und ich würde wirklich allen empfehlen, ihn ebenfalls zu lesen, lässt mich einer der dort erwähnten Gedanken nicht mehr los: Was wäre, wenn man Politiker nicht wählen, sondern losen könnte? Und wenn es jeden treffen könnte? Was würde sich ändern, wenn niemand mehr für seinen Wahlkampf arbeiten würde, weil es keinen mehr gäbe? Wenn man nicht politisch eine gesellschaftliche Gruppe bevorzugen könnte, weil jede Gruppe die Politik ist?
Ich habe das gelesen.
Ich fand es interessant.
Ich dachte ich hätte es wieder vergessen oder verdrängt.
Ich habe darüber gelächelt, dass man es versuchen könnte. Jetzt und heute.
Ich habe gerade eben in den Nachrichten gesehen, dass offenbar heftig darüber gestritten wird, ob die Abgeordneten in BW nun zu Recht zwischen staatlicher und privater Altersvorsorge wechseln dürfen oder nicht. Obwohl ich versuche, sehr vorsichtig bei solchen Dingen zu sein, konnte ich doch nicht verhindert, dass in meinem Kopf eine Kette von Gedanken begann. Die Nachrichten schienen zu vermitteln, dass diese Regelung eine bessere Altersvorsorge für Abgeordnete bedeutet und ich meine mich an eine Schlagzeile über zunehmende Altersarmut erinnern zu können. Und dann sagen mir die Nachrichten wieder, dass zwei Fraktionen nicht für die Änderungen gestimmt haben: FDP und AfD. Da habe ich aufgehört mit diesen uninformierten Gedanken und mich stattdessen doch wieder gefragt:
Was wäre, wenn wir diese Diskussionen nicht führen müssten?
Wäre irgendjemand von uns tatsächlich ein besserer Langzeitpolitiker?
Gibt es Menschen, die so wenig auf sich selbst bedacht sind, dass sie der Herausforderung der Politiker-Seins auf Dauer gewachsen sind?
Was wäre, wenn es jeden treffen könnte?
Und wäre es möglich, dass wir die Demokratie grundlegend ändern? Jetzt?

Warum diese Texte und Bilder?

Über mich – aktualisiert II

Ich möchte gerne aus einem Gespräch mit einem Arbeitskollegen zitieren, das in gewisser Weise bezeichnend für viele Begegnungen mit meinen Werken ist: „Wenn ich zuerst deinen Blog gekannt hätte, dann hätte ich einen großen Bogen um dich gemacht.“
Ich weiß und hatte Gelegenheit mich daran zu gewöhnen, dass die Farbe Schwarz bei vielen Menschen eine instinktive Abneigung hervorruft. Trotzdem finde ich es immer wieder schade, wie schnell manchmal zur Seite gelegt wird, was uns auf den ersten Blick unbequem erscheint.
Als ehemalige Schülerin bin ich kein Freund davon, den Lesern Interpretationen aufzuzwingen. Aber ich möchte eine Einladung aussprechen. „Auch ein Himmel voller Sterne ist schwarz“ und oft lohnt es sich, länger und genauer hinzusehen.
Wenn man sich an die Dunkelheit bei Nacht gewöhnt hat, dann sieht man nicht nur mehr Sterne, man sieht auch, dass sie Farben haben. Hast du es schon versucht?

Wer ist Kathrina s. East?

Über mich – aktualisiert Teil I

blühende FantasieDer Name Kathrina entstand aus dem Zufall und ein wenig Überlegung.
Durch den Zufall fand ich während meiner Schulzeit in einem ausgetrockneten Flusstal zwei Buchstaben aus Metall. Ein K und ein E. Dieses Tal war einer der Orte, zu denen ich oft ging, wenn ich Ruhe, Bewegung und Inspiration brauchte und da ich gerade auf der Suche nach einem Namen war, beschloss ich, den Fund als Zeichen zu nehmen.
Kathrina wählte ich unter anderem deshalb, weil ich mit diesem Namen keine andere Person verbinde, weder aus dem Leben, noch aus einer Geschichte. East, der Osten, als Ort des Sonnenaufgangs ist die Hoffnung und der Neuanfang. Das s. behielt ich als Kürzel für meinen echten Vornamen und als Platzhalter für viele wirklich schöne Worte, die mit s beginnen. Ich lade dich ein, selbst ein paar zu suchen.

Selbstmord – Aus ethischen Gründen verboten?

Am Ende meiner Schulzeit, in der Jahrgangsstufe 1 des Gymnasiums habe ich im Rahmen des Seminarkurses eine längere schriftliche Hausarbeit angefertigt zum Thema:

Zwischen dem Recht auf Selbstbestimmung und der Verantwortung für andere

Selbstmord in unserer Gesellschaft –
Aus ethischen Gründen verboten?

Eistränen

Hintergrund waren unter anderem private Kontakte zu Menschen, die sich für sich selbst längerfristig und ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzten und die ich teilweise nur in verschiedenen Internetforen getroffen hatte. Mit einer von ihnen habe ich bis heute gelegentlich Kontakt.
Die Hausarbeit schrieben wir in einer Dreiergruppe, wobei in der hier veröffentlichten Version die Texte meiner beiden Kolleginnen gelöscht sind, was für den Verständnis meines Teils jedoch keinen Nachteil bringt. Ich habe mir die Freiheit genommen die Überschriften der anderen beiden Themen, sowie deren Inhaltsangaben und Literaturverzeichnisse im Dokument zu belassen, sollte sich der ein oder andere Leser selbst dazu informieren wollen.
Behandelt wurden folgende Teilgebiete des Themas:

I) Wenn Kinder nicht mehr leben wollen -
Darf ein Jugendlicher sich umbringen, obwohl er damit den Menschen in seinem Umfeld Schaden zufügt?

 

II) Kann es eine berühmte Persönlichkeit vor der Gesellschaft verantworten, sich selbst umzubringen?

III) Kann es ein Christ in ethischer Hinsicht verantworten, sein Leben selbst zu beenden?

Seminararbeit: Selbstmord – Aus ethischen Gründen verboten?

Gezwungener Hass

Wie wir uns zwingen, unser Leben zu hassen

Weg zum Fluss IIIm Grunde (und das hat schon mein Psychologielehrer immer gesagt) beginnt es in der Schule. Nein, das hier wird kein Angriff auf unser Bildungssystem. Aber trotzdem zeichnet sich Schule in gewisser Hinsicht durch einen Mangel an Wahlmöglichkeiten aus. Über den Sinn, die Notwendigkeit oder Unsinn dahinter, möchte ich hier nicht streiten. Aber trotzdem sorgt dieser Mangel dafür, dass man mit der Zeit so ziemlich fast alles zu hassen beginnt, was mit Schule zu tun hat. Allem voran natürlich Unterricht und Hausaufgaben.
Inzwischen habe ich ein Studium begonnen. Ein selbstgewähltes Fach. Nur noch Dinge, mit denen ich mich gerne beschäftige. Darauf habe ich mich gefreut, als ich von der Schule ging. Als ich nun vorgestern aber über meinem ersten Übungsblatt saß, bemerkte ich, dass in meinem Kopf ein seltsamer Streit stattfand. Ein Teil meines Unterbewusstseins, versuchte mich permanent daran zu erinnern, dass das, was ich tue (Übungsaufgaben) unangenehm für mich ist, weil es sich dabei nicht um eines meiner Hobbys handelt und weil es etwas ist, zu dem ich seit der Aufnahme meines Studiums in gewisser Weise verpflichtet bin. Doch wenn ich aktiv darüber nachdachte, fand ich das Übungsblatt eigentlich ganz in Ordnung. Es war einen Tätigkeit, die mir durchaus Spaß machte, solange sie nicht der einzige Bestandteil meines Lebens war.
Seitdem frage ich mich andauernd, wie oft ich mich selbst unbewusst dazu zwinge, meine Tätigkeiten, meine Tage oder auch mein ganzes Leben zu hassen ohne, dass es dafür tatsächlich einen Grund gibt.

Irgendwo Zuhause

25. Kath am StrandSeit ein paar wenigen Tagen bin ich wieder zuhause in Deutschland. Also: Ist mein Zuhause wieder in Deutschland. Und so richtig weiß ich nun eigentlich auch nicht mehr, was das eigentlich heißen soll: Zuhause.
Ein Jahr lang war ich in Rumänien zuhause und nun soll sich das von einem Tag auf den anderen wieder ändern. Daran kann ich nicht richtig glauben. Es scheint fast so, als würden Menschen, die viel Reisen, sich innerlich irgendwann aufteilen, damit sie überall zuhause sein können oder sie sind eben dann nirgendwo zuhause, außer in sich selbst und vielleicht bei anderen Menschen…

Starke Worte für einen langen Weg

24. Im SüdenAm Mittwoch den 15.Juli war für mich der letzte Arbeitstag in der Behindertentagesstätte “Casa Sf.Maria” in Carani, denn für das Projekt beginnt nun die lange Sommerpause.
Eine meiner, nun ehemaligen, Mitarbeiterinnen, gab mir zum Abschied sinngemäß und zusammengefasst folgende Worte mit auf den Weg, die ich mit euch teilen möchte, weil sie im Grunde für uns alle gelten:

Erfahrungen werden wir solange immer wieder erleben, bis wir daraus gelernt haben.
Wir sollen immer den Mut haben zu entscheiden, was das Richtige für uns ist.
Das Leben tut nicht immer das, was wir wollen, doch wir sollen uns bewusst sein, dass alles was mit uns und in unserem Umfeld geschieht, immer für uns geschieht und dass wir irgendwann auch die Chance bekommen, zu verstehen, warum wir manche Erfahrungen genau so gemacht haben, wie sie passiert sind.

Auch einen Satz von mir möchte ich noch hinzufügen, der mir während meinem Jahr sehr wichtig geworden ist:

Nichts geschieht aus Zufall und trotzdem ist nichts vorherbestimmt. Wir bekommen immer nur Chancen und können sie dann nutzen. Oder auch nicht.

Konstruktive Textkritik

Sachinformationen:

Die Tagesstätte für Romakinder in Periam ist ein Projekt der Caritas der Diözese Temeswar und wurde 2008 gegründet.

Das Dorf Periam liegt mit dem Zug tatsächlich fast genau eine Stunde außerhalb von Timisoara. Zu diesem Dorf, das bedeutet, unter der Verwaltung der Bürgermeisteramtes Periam, gehört auch eine Roma-Siedlung, die auch vom Straßennetz her zwar direkt an das Dorf angeschlossen ist, dennoch gibt es eine klare Grenze zwischen dem Dorf und der Siedlung. Die Roma in der Siedlung leben unter schlechten Bedingungen. Die allermeisten Häuser sind mit billigen Materialien mit nur einem Stockwerk errichtet. Viele von ihnen haben nur festgetretene Erde statt einem richtigen Fußboden und die Häuser sind oftmals sehr, sehr klein, verglichen mit der Anzahl Menschen, die darin wohnen. Mehr…