Sommersturm (26.07.2018)

Die Luft zittert, weich und zärtlich, wie ein Windhauch im Sommer.
Deine Augen sind geschlossen und die Welt steht still. Lauscht deinem Herzschlag. Lausche du ihrem Zittern.
Hier liegt eine Ruhe in jedem Stein, eine in jedem Atemzug und auf einmal, von irgendwoher beginnst auch du zu zittern. Eine Vorfreude, tief in deiner Seele, wie ein Verliebtsein, nur unerforschter, wie das Gegenteil unfassbarer Wut.
Was immer dich erfüllt, es braucht dich jetzt. Wind erhebt sich in deinen Haaren und fährt durch dein Gesicht. Ein Herzschlag, flatternd wie ein Vogel, will plötzlich stark und unantastbar sein. Jede Geste, jedes Wort und Ton, verwandelt nun ein Zittern in einen Sommersturm und alles dreht sich nur um dich.
Es ist ein Orkan, der die Wände davonreißt und von dort wo du stehst lässt du Berge wachsen. Dann, im nächsten Moment, spürst du Gras an den Füßen. Du bist wie ein Engel. Deine Schultern schmerzen am Flügelansatz und deine Schwingen breiten sich aus, bis hinaus in den Sonnenaufgang.
In diesem einen Moment lässt sich alles ändern. Um dich herum zittert die Welt.
Hörst du es flüstern? Da weht ein Wind durch deine Federn.
Sei der Schmetterling, dessen Flügelschlag den Sommersturm entfacht.