Die Zwänge der Liebe

Was wäre wenn
deine Liebe geht
für nur eine Sekunde
der Ewigkeit
und danach
alles vorbei ist

Wohin würdest du gehen
Stell ihn dir vor
diesen schönen Moment
wenn die Gedanken befreit sind
die letzten Fesseln gefallen
die Mauern eingerissen
von Schmerzen

Breiten wir rote Flügel aus
und entkommen dem Moment
Gemeinsam über Mauern jagen
strahlendem Glück hinterher
und die Ketten führn uns zurück

Die letzten 5 Lebens – Zeichen

Rasen durch meinen Verstand
blaue Zeichen.
Worte, Buchstaben, Zahlen…

Was ich liebe
Was ich hasse
spielt keine Rolle
wird Alles
Guten Gewissens
zunichte gemacht.
Gleich gemacht.

Rasend schnell
fließen Leben und Gedanken.
Man schließt mir die Augen
bevor ich aufhöre zu atmen
und mein Kopf
rechnet weiter.

Die Missverstandenen Worte
im Todeskampf hervorgehaucht
folgen mir
in meine Gedanken
meine schmerzerfüllten Sekunden
sind die Letzten überhaupt.

Hab ich ein Recht?
als Kind zu leben
bevor ich als Greisin
verzweifeln Muss?
an schwarzen Zahlen…

Der Phönix und die Rose

Da fallen sie,
die Wasserfälle
aus Zeit.
Stürzen
von den Wolken.

Stürzen
in einen Fluss,
voll schwarzer Steine.

Hier kann man
noch Gold finden.
Doch niemand,
hat es je versucht.

Auf dem Meer
treibt
ein Segelschiff.
Geschmückt
mit Phönixfedern.

Gehst du an Deck
trittst du
auf Rosenblüten
und unter
rote Flügel.

Fliegst still
übers Meer,
bis du selbst
die Fahrt
beendest.

Wenn Träume
mit dem Wind
verwehen.
Dann hoffe
Dann erinnre dich
an Carina Vela
den Schiffskiel und das Segel
den Phönix und die Rose.

Dann erinnre dich
und wisse:
Ich bin da
wenn du mich rufst.

Das Tor nach Draußen

Ein Geist steht darin
mit leeren, blauen Augen
Er starrt mich an.
Der Regen schlägt
von draußen an die Scheibe
zieht Schlieren über sein Gesicht

Von der Laterne draußen
tropft das Licht
Die Welt ist dunkel
aber ich fürchte sie nicht
Nur der Geist
steht da draußen im Regen

Bewegte Lippen
draußen vor dem Fenster
Sie singen von Tränen
und einer langen Reise
fordern mich auf
zu gehen
und ich folge ihnen
Ich fürchte nicht sie
sondern den Geist
da draußen im Regen

Die Nacht
macht mein Fenster
zum Spiegel

Segelgedanken X

Der Urlaub endet, wie er begonnen hat: Mit einem stahlgrauen Himmel und trollgrünem Wasser. Das Meer ist unruhig, es regnet immer wieder. Weil ich die ganze Zeit am Steuer stehe, kann ich keine Fotos machen. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, gibt es auch nichts zu sehen. Ich bin konzentriert, aber entspannt. Die Fotos in diesem Beitrag habe ich ausnahmsweise nicht am selben Tag geschossen, an dem ich den Text geschrieben habe. Stattdessen sind es nochmal Bilder von dem Tag, an dem ich meine Wanderung zur Düne unternahm.

Was mich beim Segeln immer wieder beeindruckt: Der ehrlich respektvolle Umgang der Sportler untereinander. Das gilt zumindest bei denen, die aus Leidenschaft und nicht als Statussymbol auf dem Wasser sind. Wann immer Boote aneinander vorbeifahren, grüßen die Menschen. Im Hafen beim Anlegen erlebe ich selbstverständliche Hilfsbereitschaft wie sonst selten. Es gibt nur eine andere Gruppe, von der ich ein solches Verhalten kenne: Leidenschaftliche Bergsteiger. Die beiden verbindet, dass es alte Tätigkeiten sind. In ihnen hat sich das Bewusstsein erhalten, dass man jederzeit selbst in (lebensgefährlichen) Schwierigkeiten stecken könnte. Und während ich mir ansehe wie nett Segler zueinander sind frage ich mich, ob diese Menschen sich an Land genauso verhalten. Ich hoffe es.

Morgen werden wir zurück nach Hause fahren. Dementsprechend ist dies mein letzter Eintrag in das Segeltagebuch. Und außer einer Menge Motivation, wieder in meine Projekte einzusteigen, nehme ich auch neue Inspirationen mit. In Tübingen wartet unterdessen schon neue Arbeit auf mich: Mein Freund Feuerwicht organisiert gerade eine Serie von Ausstellungen, an denen auch meine Gedichte teilhaben werden. Uns steht also eine spannende Zeit bevor.

Segelgedanken IX

Wir stehen auf einer Brücke über einer kleinen Werft und bewundern die hübschen kleinen Holzboote, die dort im Wasser liegen. Die nächsten Sätze kreisen darum, was so ein Boot wohl kostet, dass man damit auf dem Bodensee der absolute Star wäre und welches man sich kaufen würde. Auf dem Rückweg versucht jemand, seiner Partnerin ein Sitzpolster für ein Boot anzudrehen. Die Frau sagt sie will es nicht haben. Er erklärt ihr was das Ding für unglaubliche Vorteile hat. Warum müssen wir alles besitzen? Oder vielleicht gehen wir die Frage mal anders an: Wie oft war ich glücklich darüber, etwas zu kaufen? Und bei wie vielen Dingen bin ich wirklich glücklich darüber, sie zu besitzen?
Bei mir selbst lauten die Antworten auf die beiden Fragen: Oft und Überschaubar. Es gibt nicht vieles, über das ich wirklich froh bin, es zu haben. Die meisten Dinge sind in Ordnung, solange sie keine Schwierigkeiten machen und gehen mir danach auf die Nerven. Also woher kommt der Drang, sie besitzen zu müssen?

Segelgedanken VIII

Die Bilder von heute sind wohl (bis auf das Regenwetter) eher auf flache Art und Weise idyllisch. Das passt aber auch garnicht schlecht zu dem Thema, das mich heute den Tag über beschäftigt. Es beginnt, als wir mitten am Tag in einer Stadt anlegen. Beim Durchfahren sah sie nicht nach etwas besonderem aus. Auch haben wir nur wenig Zeit, da wir vor dem Feierabend der Hebebrücken noch ein Stück weiterkommen müssen. Die Stadt jetzt kurz anzuschauen, wird ziemlich sicher stressig. Trotzdem halten wir an. Und zwar weil in einem Reiseführer steht, dass es sich um ein wirklich nettes Städchen handelt. Mir kommt das ein wenig vor, als würden wir Briefmarken oder Klebebildchen sammeln. Nur das wir Städtchen sammeln, bei denen wir dann vor unseren Freunden sagen können: “Da war ich auch schonmal, ein wirklich nettes Städtchen”.
Dabei finde ich es wirklich beeindruckend, dass Menschen scheinbar Erinnerungen an gute Restaurants oder besonders schöne Orte mit dem Namen der zugehörigen Stadt verbinden können. Für mich ist ein Urlaub, wie eigentlich das ganze Leben, eine Ansammlung schöner Einzelbilder. Dazwischen liegen mehr oder weniger lange Strecken nicht so sehenswerter Episoden. Aus diesem Urlaub werde ich unter anderem das Gefühl mitnehmen, durch enge Gässchen zu wandern. Rechts und links stehen alte, sehr gemütlich wirkende Häuser aus rotem Stein mit wunderschönen Gärten vor der Haustür. Es ist traumhaft keine Frage. Doch ob ich dieses Gefühl aus drei oder fünf verschiedenen Dörfern mitnehme, spielt für mich keine Rolle. Und wie diese spezielle Stadt dann heißt, die im Reiseführer als nett beschrieben wird, ist mir eigentlich egal.

(Das Bild unten ist übrigens während dem Fahren entstanden. Solange andere innerhalb einer Stunde die Stadt besichtigt und Kaffee getrunken haben, saß ich entspannt mit einem Buch auf unserem Schiff).

Das Schweigen am PC

Ich sitze da
und warte.
Ich sehe,
dass du da bist.

Aber ich schreibe nichts.
Ich warte.

Ich weiß,
dass er da ist.
Er weiß,
dass ich da bin
und immer Zeit habe
für ihn.

Aber er schreibt nichts.
Er schweigt.

Ich frage mich,
ob er wohl ebenso wartet
wie ich.

Eigentlich
möchte ich nichts mehr.
als mal wieder seine Worte lesen…
Wissen, dass da jemand ist…
an meiner Seite…
mit dem ich reden kann…

Aber ich schreibe nichts.
Ich frage mich nur,
ob er wohl ebenso hofft,
ebenso wartet
wie ich.

Und so schreiben wir beide Nichts.
Stattdessen fragen wir uns,
ob der Andere sich wohl auch
nach uns sehnt,
sich fragt,
ob er uns schreiben soll,
hofft,
dass wir einfach anfangen.

Im echten Leben
wären wir längst
davongelaufen.
Nach Hause gegangen.
und glücklich gewesen.
Weil wir wüssten,
dass dem Anderen
auch das Schweigen
unerträglich ist…

Und so schreiben wir beide nichts.

Wir warten nur.
und hoffen.

So lange.
bis einer aufgibt.

Und es ist er.
Wie immer.

Und ich frage mich
ob er wohl auch gewartet hat,
wie ich.
Und noch Stunden danach
höre ich,
statt dem Ticken der Uhr,
das Klingeln,
das mir sagt:
Du hast Post…
Du bist nicht allein…
Da hat jemand gewartet…
wie du…

Aber da ist nichts.

Weil ich nichts schrieb…