Blaues Licht – Anbetung

Einzelne Flocken
so winzig und klein
vom Wind getragen
wollen zum Fenster herein
Doch wir lassen sie nicht
wir fürchten sie

Sie setzen sich auf unsere Finger
Sie tanzen in unserem Haar
Legen sich auf grüne Berge
und überschatten die Welt
mit dunklen Wolken
und silbernem Glitzer
Sie kämpfen mit der Sonne
und verlieren zu schnell

Hauchzarte Tropfen
so zerbrechlich und klein
vom Wind verweht
wollen sie zum Fenster herein
Doch wir lassen sie nicht
wir mögen sie nicht

Sie vermischen sich
mit dem Weiß auf den Bergen
Füllen die Flüsse und Seen
Stürzen in unsere Staudämme
und fließen durch unsere Wasserhähne
Sammeln sich auf den Straßen
und überschatten die Welt
mit dunklen Wolken
und silbernem Glitzer

Auf den Feldern
kilometerweit
Treten die Flüsse
über die Ufer
überschwemmen die Straßen
die Wege und Wiesen
Aus einem Fluss werden drei
Und während die Schwäne fliehen
und die Menschen
hinter die Fenster flüchten
werden die Bäume überleben
Weil sie starr und fest verwurzelt
stark und stolz
in Richtung Himmel stehen

Einzelne Flocken
so winzig und klein
vom Wind getragen
wollen zum Fenster herein
Doch wir lassen sie nicht
wir fürchten sie
Zu Recht

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