Gezwungener Hass

Wie wir uns zwingen, unser Leben zu hassen

Weg zum Fluss IIIm Grunde (und das hat schon mein Psychologielehrer immer gesagt) beginnt es in der Schule. Nein, das hier wird kein Angriff auf unser Bildungssystem. Aber trotzdem zeichnet sich Schule in gewisser Hinsicht durch einen Mangel an Wahlmöglichkeiten aus. Über den Sinn, die Notwendigkeit oder Unsinn dahinter, möchte ich hier nicht streiten. Aber trotzdem sorgt dieser Mangel dafür, dass man mit der Zeit so ziemlich fast alles zu hassen beginnt, was mit Schule zu tun hat. Allem voran natürlich Unterricht und Hausaufgaben.
Inzwischen habe ich ein Studium begonnen. Ein selbstgewähltes Fach. Nur noch Dinge, mit denen ich mich gerne beschäftige. Darauf habe ich mich gefreut, als ich von der Schule ging. Als ich nun vorgestern aber über meinem ersten Übungsblatt saß, bemerkte ich, dass in meinem Kopf ein seltsamer Streit stattfand. Ein Teil meines Unterbewusstseins, versuchte mich permanent daran zu erinnern, dass das, was ich tue (Übungsaufgaben) unangenehm für mich ist, weil es sich dabei nicht um eines meiner Hobbys handelt und weil es etwas ist, zu dem ich seit der Aufnahme meines Studiums in gewisser Weise verpflichtet bin. Doch wenn ich aktiv darüber nachdachte, fand ich das Übungsblatt eigentlich ganz in Ordnung. Es war einen Tätigkeit, die mir durchaus Spaß machte, solange sie nicht der einzige Bestandteil meines Lebens war.
Seitdem frage ich mich andauernd, wie oft ich mich selbst unbewusst dazu zwinge, meine Tätigkeiten, meine Tage oder auch mein ganzes Leben zu hassen ohne, dass es dafür tatsächlich einen Grund gibt.

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