Eine Plastikschildkröte

und ein Lächeln

Diese Geschichte ist wirklich passiert. Da sie vergangen ist, war sie Realität. Sie war Realität, während ich diese Geschichte aufschreibe und sie wird immer noch Realität gewesen sein, wenn du diese Geschichte irgendwann liest.
Doch die Umstände, die diese Geschichte herbeigeführt haben, waren nicht Realität. Sie sind es noch immer. Und werden es hoffentlich nicht mehr sein, wenn du diese Geschichte liest. Ich hoffe, bis du diese Geschichte liest wird sich alles geändert haben, werden wir in einer besseren Welt leben. Aber ich glaube es nicht.
Ich sage bessere Welt. Dabei hat mich diese Geschichte in dem Moment, in dem ich sie erlebte, sehr glücklich gemacht. Nachdenken kann vieles verändern.

Der furchtbar langsame Regionalzug hat eben das für hiesige Verhältnisse einigermaßen große Dorf Periam im Verwaltungsbezirk Timis verlassen. Rumänien, Banat, draußen ist alles flach wie ein Teppich auf dem Boden der Tatsachen und so sieht die ganze Landschaft von hier bis Belgrad aus: Flach.
Seit zehn Monaten arbeite ich hier, Timisoara, Rumänien. Unter anderem in der Tagesstätte für Roma Kinder, gelegen in dem gerade erwähnten Dorf.
Diese Informationen sind für alle, die mir nicht glauben, dass dies wirklich Wirklichkeit ist. Das Projekt gehört zur Caritas in Timisoara. Man müsste es im Internet finden. Nur falls jemand googeln oder spenden möchte.
Für mich ist es schwer einzuschätzen, wie sich mein Tonfall gerade anhört. Genervt? Verbittert? Trocken? Sarkastisch? Draußen hat es mindestens 28°C im Schatten, hier drinnen ist es nicht kühler, der Zug braucht eine Stunde bis Timisoara und ich habe heute viel erlebt. Nicht viel im Sinne von zeitlich andauernd, sondern eher im Sinn von qualitativ hochwertig.

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