Woche 1 – Mittwoch

(Mi.) Am Mittwoch sind wir im Hospiz, das nebenbei bemerkt einen wunderschönen Garten hat.
Die Schwestern dort scheinen nach allem was wir so mitkriegen, unbedingt einen Freiwilligen zu wollen und haben scheinbar die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sie doch noch einen bekommen, obwohl dieses Jahr keiner für sie vorgesehen ist.
Da ich am Montag als kleines unwichtiges Detail erfahren habe, dass mein Projekt Carani nächste Woche ohnehin erstmal Urlaub hat (und eigentlich will ich ja sowieso nicht nach Carani), frage ich schon mal testweise an, ob ich denn nicht mal eine Woche schnuppern kommen könnte. Das JA ist trotz der Sprachbarrieren eindeutig zu verstehen.

Wie könnte es anders sein, ist natürlich auch dieser Tag vollgestopft bis zum Rand.
Nach dem Hospiz (Oder was doch davor? Oder doch schon am Dienstag?)schauen wir noch bei unseren anderen beiden Besuchsdiensten vorbei. Frau O. und Frau S. vorbei.
Frau O. ist halbseitig gelähmt und eine der Aufgaben ihres Besuchers wird sein, ihr beim Duschen zu helfen. Außerdem sollte derjenige am besten Rumänisch können und etwas Kraft in den Armen haben, weil rumänische Gehwege nicht rollstuhlfreundlich sind. Wir entsprechen dem alle drei nicht.
Frau S. hingegen erzählt uns gleich beim ersten Treffen, dass sie fünf Jahre in Russland (Sibirien) deportiert war und dort Zwangsarbeit leisten musste. Sie fügt auch hinzu, dass sie trotzdem auf keine Nation irgendeinen Hass empfindet und sich sogar russische Filme ansieht.

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