Reich beschenkt

KatzenkinderHeute Abend, es ist der 19. Dezember, der letzte Freitag und in vielen Projekten der letzte reguläre Arbeitstag vor Weihnachten, haben wir festgestellt, wie viele Geschenke die Kinder in Carani und Bacova in der Zeit um Weihnachten herum eigentlich bekommen. Bis zu 7 Stück pro Kind. In diesem Kontext möchte ich gerne von einer meiner Arbeiten in der letzten Woche berichten.
Carani hilft bei der Organisation und Umsetzung eines weiteren Projektes, das Hilfsgüter, meist in der Form von Lebensmitteln, Kleidern, Schuhen, Windeln und Holz, an Familien mit sehr geringem Einkommen verteilt. Und zwar nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über. Viele Kinder, die die Tagesstätte Casa Sf. Maria besuchen, kommen aus solchen Familien.
An Weihnachten schreiben diese Familien Dankesbriefe an die Sponsoren des Projektes, die dann über Carani an die Sponsoren weitergeleitet werden. Da die Sponsoren aber in den allermeisten Fällen Deutsche oder Österreicher sind, habe ich in der letzten Woche diese Briefe übersetzt.
Zu lesen wie viele Familien im Alltag kaum zurechtkommen, steht für mich im Widerspruch zu den, im Verhältnis dazu riesigen, Mengen an Geschenken, die die Kinder zu Weihnachten bekommen. Dazu möchte ich sinngemäß meinen Chef zitieren:
Es ist erstaunlich wie viele Menschen an Weihnachten plötzlich anfangen Dinge und Geld zu verschenken, während sich unter dem Jahr niemand fragt, woher das Geld für den laufenden Betrieb und dafür kommt, dass die Projekte nicht schließen müssen.
Auch ein trauriges Klischee befand sich unter den Weihnachtsgeschenken für Carani: Eine Kiste mit Kuscheltieren, die teilweise, dafür aber leider offensichtlich, vor dem Versand nicht mal gewaschen worden waren. So wie unter dem Jahr oft unvollständige Spielzeugspenden ankommen, sowie Spiele, die man teilweise nur und nur dann spielen kann, wenn man die deutsche Sprache beherrscht.
Wie ich das so schreibe meint meine Kollegin neben mir, sie habe im Frauenhaus unter den Spenden auch mal eine angefangene Cremetube gefunden. Solche Erlebnisse sind mir bislang (Gott sei Dank) erspart geblieben.

Lange Tage

Die ganze letzte Woche ging die Krankheit um, in unserer kleinen Rumänien-WG.
Gestern beschlossen meine beiden Kolleginnen (in meiner Abwesenheit), dass sie doch bei einem Ausflug mitgehen könnten, bei dem nur noch zwei Plätze frei sind. Gemeinsam hierzubleiben war aufgrund mangelnder Unternehmungsmöglichkeiten für heute keine Alternative. Also bin ich heute den ganzen Tag allein.
Um wenigstens irgendwas zu tun, bin ich heute zum Sonnenaufgang an den Fluss gegangen und habe Fotos gemacht. Das ist das Ergebnis:

Now and Then

Gedichtsblütenwerk Ich habe beim Aufräumen meines Computers folgendes selbstaufgenommenes Tondokument gefunden. Der Text stimmt nicht ganz und es ist auch nur eine Strophe. Das Ganze war damals zum Ausprobieren ‘meines’ ersten Gesangsmikrophons gedacht. (Eigentlich gehört es meinem Vater).

 

Original von: Blackmore’s Night; Titel: Now and Then

Arbeit für die Gedanken

…und Übungen im Nicht-Denken

Mit dem letzten Paket aus Deutschland kam unter anderem ein Buch über Quantenphysik mit, das ich gerade regelrecht verschlinge, weil es die einfachste Möglichkeit ist meinen Kopf zu beschäftigen, der sich gerade einigermaßen unterfordert fühlt, zumindest was Mathe und Physik betrifft, denn das wird gerade einfach nicht gebraucht und was Philosophie betrifft, weil ich dafür gerade einfach keine Zeit habe.
Auf der anderen Seite, und hier beginnt die Ironie, hat am Mittwoch das Karatetraining an der hiesigen Universität begonnen und ich genieße es, dass ich mal einfach an nichts denken und mich nur konzentrieren kann. Vielleicht ist es auch die angenehme Stille, nicht in dem Sinne, das es leise ist, sondern in dem, dass man niemandem zuhören muss (auch die Trainer sprechen nicht viel), dem man nicht zuhören will (es geht nur um Anweisungen zum Sport), die mir gefehlt hat.