Selbstmord – Aus ethischen Gründen verboten?

Am Ende meiner Schulzeit, in der Jahrgangsstufe 1 des Gymnasiums habe ich im Rahmen des Seminarkurses eine längere schriftliche Hausarbeit angefertigt zum Thema:

Zwischen dem Recht auf Selbstbestimmung und der Verantwortung für andere

Selbstmord in unserer Gesellschaft –
Aus ethischen Gründen verboten?

Eistränen

Hintergrund waren unter anderem private Kontakte zu Menschen, die sich für sich selbst längerfristig und ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzten und die ich teilweise nur in verschiedenen Internetforen getroffen hatte. Mit einer von ihnen habe ich bis heute gelegentlich Kontakt.
Die Hausarbeit schrieben wir in einer Dreiergruppe, wobei in der hier veröffentlichten Version die Texte meiner beiden Kolleginnen gelöscht sind, was für den Verständnis meines Teils jedoch keinen Nachteil bringt. Ich habe mir die Freiheit genommen die Überschriften der anderen beiden Themen, sowie deren Inhaltsangaben und Literaturverzeichnisse im Dokument zu belassen, sollte sich der ein oder andere Leser selbst dazu informieren wollen.
Behandelt wurden folgende Teilgebiete des Themas:

I) Wenn Kinder nicht mehr leben wollen -
Darf ein Jugendlicher sich umbringen, obwohl er damit den Menschen in seinem Umfeld Schaden zufügt?

 

II) Kann es eine berühmte Persönlichkeit vor der Gesellschaft verantworten, sich selbst umzubringen?

III) Kann es ein Christ in ethischer Hinsicht verantworten, sein Leben selbst zu beenden?

Seminararbeit: Selbstmord – Aus ethischen Gründen verboten?

Sprachlos

NamenlosINamenloser Fluss
in dieser stolzen
und doch unbekannten
Stadt

Wir wandeln an deinen Ufern
Wir Dichter von morgen
Geister von heute
und die Gespenster
der Zukunft.

 
Obwohl du so flüsternd erzählstNamenlosII
stehen wir oft sprachlos
an deinen stillen Ufern
Wir wortlosen Dichter von morgen,
die Herzen voll
mit ungesagten Worten
und in den Augen Tränen

 

 

So wandeln wirNamenlosIII
an deinen Ufern
Wir Dichter von morgen
Geister von heute
und die Gespenster
der Zukunft.

 

 

 
NamenlosIVUnd sind
Sprachlos vor Schönheit
namenlos und stolz
wie eine reiche
und doch unbekannte Stadt.

Der Mann vom Silbersee (eine Traumgeschichte)

Licht und SchattenAn manchen seltsamen Tagen… fällt einem die Müdigkeit wie weiße Schleier vor die Augen und während man sich in der Gewissheit wähnt, dass man wach und den Umständen entsprechend einigermaßen konzentriert ist, treibt der Geist weiter und lässt einen zurück … wo auch immer man dann ist … um sein uraltes Recht einzufordern, immer in unserer Wahrheit zu leben, egal was wir denken.
Als der Schleier sich erhob, war ich nicht dort, wo ich dachte zuvor gewesen zu sein…

Ich spürte das Chaos lange bevor es mich, bevor ich es, erreichte.
Es war eine von Farben durchsetzte Schwärze, ein Strudel, der nicht das ganze Blickfeld ausfüllte und doch alles andere verdeckte, obwohl ohnehin nichts dagewesen war. In einer Ecke steht ein Haus. Ohne Wand. Mit einem Dach, das von vier dünnen Stäben getragen wird und sich beinahe auflöst. Es ist bewohnt von Geistern. Sie kommunizieren mit mir und tun, als wären sie Menschen, doch die zweite Dimension der Wahrnehmung verrät sie. Alles was ich tat war erfüllt von einer furchtvollen, freudigen Erregung und meine Sinne wurden vom beständigen Rauschen des Chaos durchströmt, das durch die Fenster hereinfloss und jede Parallelschicht meiner Aufmerksamkeit anzog, die nicht auf anderes gerichtet war.
Aufblühend versank ich in der Angst meiner Wahrnehmung, während ich durch die Tür trat, der Tresen zog an mir vorbei, meine Fantasie malte die Stühle und Tische einer kleinen Bar in den Augenwinkel des einzigen Raumes und auf der anderen Seite trat ich zwischen goldgeschnitzten Säulen und prachtvollen Flügeltüren hinein in eine wundervolle Landschaft.
Direkt neben mir, das Wasser berührte beinahe meine Füße als käme es ebenso aus dem Haus wie ich, was es nicht tut, fließt ein kleiner Fluss bergab.  Hoch oben in den Bergen an seiner Quelle, da weint er silberne Tränen und sperrt sich in die Felswand.  Voller Verzweiflung stürzt er sich danach hinab ins Tal und schäumt in einer kleinen schlammigen Pfütze den Dreck von Jahrhunderten auf, bis er zu diesem Bach wird, der unter meinen wachsamen Blicken ins Meer mündet, ja, ich kenne diesen Fluss. Ich habe ihn erschaffen, er floss vor beinahe drei Jahren aus der Feder meines Lieblingsfüllers. Nur das Meer kenne ich nicht. Es ist kleiner geworden seitdem. Nun ist es ein See. An seinem Ufer grasen schwarze Rösser. Sie fressen den Goldregen, dessen Äste wie Trauerweiden über die Wasseroberfläche streifen. In meinem Herzen sammelte sich die Ruhe, als könne sie jeden Moment überlaufen.
„Seit dieser Geldsegen hier wächst werden auch die schwarzen Rösser immer mehr. Sie sind beinahe eine Plage, doch irgendwie scheinen sie hier die Bestätigung ihrer wissenschaftlichen Existenz zu finden. Früher haben sie nur die Trauerweisen gefressen, aber die sterben langsam aus“,  dachte der Silber. Er stand neben mir und sah aufs Wasser hinaus. „Hast du mir ein Geschenk mitgebracht?“.
Meine Verwirrung flimmerte wie Geisterhauch um mich herum und folgte meinem ebenso irren Blick. „Ich habe kein Silber für deinen See“. Der See war nicht silbern. Woher er diesen Namen hat war mir bis zum damaligen Jetzt ein vollkommenes Rätsel gewesen. Er schimmerte grau und der Mond spiegelte sich darin, während alles um uns herum in grellem Tageslicht versank. „Der See braucht kein Silber“, sagte der Silber. „Er braucht Wörter.“ Leises Bedauern darüber, dass ich nur sehen kann, was ich selbst erschaffen habe verriet mir, dass es mehr als einen Zufluss zum Silbersee gibt.
„‘Am Wasser‘ war ein guter Anfang, auch wenn er leider nur für einen Bach gereicht hat. Allerdings ist es noch etwas wenig.“ „Aber ich schreibe doch so viel… allein den ganzen Tag in der Uni…!“ Doch das reicht nicht, das weiß ich. Der Silber will kein Brackwasser.
Neben dem Flussdelta meines Baches stand ein schwarzes Ross und blickte zum Trauerregen auf.
Durch die offenen Salontüren in meinem Rücken streckte das Chaos den Kopf zu uns herein. „Du solltest mal besser auf deine Bar achtgeben…“ „Das ist nur in sehr übertragener Weise meine Bar“, wies mich der Silber lachend zurecht. „Da drin wohnen die Geister. Die haben alle zu viel von dem Goldregen getrunken. Irgendwann verliert man das Maß. Jeder der kommt und kein Geschenk hat, der kommt mit einem Ross und anschließend geht er in die Bar. Sie verlieren sich…“
Meine Ruhe schwappte über und ein dunkles Rauschen umgab mich, wie eine von Farben durchsetzte Schwärze.

Als der Schleier sich erhob und ich in dem Saal, der, gefüllt mit Menschen und Konzentration, solange in der Zeit stehen geblieben war und auf mich gewartet hatte, auch meine inneren Blicke wieder meinem Blatt zuwandte, da war mein Stift nicht dort, wo ich dachte zuvor gewesen zu sein und die Worte kannte ich nicht.

Fortschritte…

Seit Monaten arbeite ich an der Gestaltung meines ersten Buches. Einer illustrierten Gedichtesammlung mit dem Titel “Mein schwarzes Herz”. Es macht langsam Fortschritte. Das Titelbild ist gemacht, alle anderen Bilder zusammengestellt, alle Gedichte korrigiert. Nun fehlt nur noch ein letzter Rest Layout, dann ist es soweit.

Auch ansonsten war und wird die Zeit eine spannende.
Noch immer laufen die Nachbereitungen meines Auslandsjahres. Wenn auch inzwischen etwas stiller nebenher. Es geht unter anderem um die Überweisung von Spendengeldern an die Projekte.
Zudem ist seit etwa einer Woche ein Comic auf einer Ausstellung zu sehen, der von meinem Kollegen gezeichnet und entworfen wurde und für den ich Teile der Texte geschrieben habe. Er wird unter der Kategorie “Geschichten” veröffentlich werden.

 

Titelbild von "Daydreams"

Titelbild von “Daydreams”